ZEIT ONLINE: Herr Gloger, wie kamen Sie zu der Entscheidung, Priester zu werden?

Benedikt Gloger: In meiner Pfarrei bin ich Messdiener gewesen und habe dadurch schon früh den Glauben und die Kirche kennengelernt. Besonders beeindruckt hat mich der Weltjugendtag 2005 in Köln mit Papst Benedikt XVI. Zu sehen, wie Jugendliche in meinem Alter zusammen beten, singen und über ihren Glauben sprechen, hat mich begeistert. Diese Freude an Gott und am Glauben, die ich da empfunden habe, möchte ich nicht nur für mich behalten, sondern auch an andere Menschen weitergeben. Vor knapp zwei Jahren, direkt nach dem Abitur, bewarb ich mich dann im Priesterseminar in Trier.

ZEIT ONLINE: Was reizt Sie an der Aufgabe als Priester?

Gloger: Vor allem, dass man Menschen hin zu Gott führen kann, also Gott den Menschen näher bringt. Dass man mit ihnen ihre Freude und Hoffnungen und auch ihre Nöte und Sorgen teilt. Dass man ihnen sagen und vorleben kann: Es gibt einen guten, liebenden Gott – und wer an diesen Gott glaubt, hat es leichter im Leben und kann glücklicher sein.

ZEIT ONLINE: Stammen Sie aus einem sehr religiösen Elternhaus?

Gloger: Das würde ich nicht sagen. Aber auf jeden Fall spielte und spielt der Glaube bei uns eine wichtige Rolle. Der Gottesdienstbesuch am Sonntag, Tisch- und Abendgebet und meistens eine Wallfahrt im Sommer gehören zum Familienleben einfach dazu.

ZEIT ONLINE: Wie haben Ihre Eltern reagiert, als Sie ihnen erzählten, dass Sie Priester werden wollen?

Gloger: Meine Eltern waren zuerst nicht so recht damit einverstanden. Dann haben sie aber gemerkt, dass es mein absoluter Wunsch ist, diesen Weg einzuschlagen. Mittlerweile sind sie froh darüber.