Tsvangirai legte am Mittwoch in Gegenwart mehrerer Staats- und Regierungschefs aus der Region vor Präsident Robert Mugabe seinen Amtseid ab.

Ein knappes Jahr nach den Wahlen im vergangenen März ist die Vereidigung der Auftakt für eine Koalitionsregierung aus Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) und Präsident Mugabes ZANU(PF). Kommentatoren sprachen trotz aller Skepsis über die Erfolgsaussichten dieser Koalition von einem "historischen Augenblick" für Simbabwe.

Entsprechend den Mehrheitsverhältnissen im Parlament wird die MDC und die mit ihr verbündete Splitterpartei von Arthur Muthambara insgesamt 16 Ministerposten erhalten, die ZANU(PF) 15. Da sich beide Parteien das Innenministerium teilen, wird das neue Kabinett insgesamt 32 Minister haben.

Es soll dem afrikanischen Staat nach einem jahrelangen erbitterten Machtkampf zwischen Tsvangirai und Mugabe einen Ausweg aus der schlimmsten Krise seiner Geschichte weisen, die zurzeit noch von einer Cholera-Epidemie mit rund 3400 Toten und knapp 70.000 Infizierten verschärft wird.

Die britische Zeitung The Times ist dennoch skeptisch, dass sich mit dem neuen Ministerpräsidenten etwas ändern wird. Sie schreibt: "Millionen von Wählern wissen, wer die Zügel der Macht in Händen hält. Dieser Mann ist immer noch Präsident Robert Mugabe." Er gewährleiste auch weiterhin Korruption und Elitenherrschaft, während mehr als die Hälfte seiner Bevölkerung nur mit Lebensmittelhilfe überlebe. Der britische Kommentator fordert eine Lösung, der die ganze Welt zustimmt, nämlich: "das Ende der Mugabe-Herrschaft".