"Das Vorsteuerergebnis war negativ. Deshalb werden unsere Mitarbeiter und die Vorstandmitglieder für 2008 keinen Bonus erhalten", sagte Commerzbank-Finanzchef Eric Strutz am Mittwoch bei der Vorlage der Jahresbilanz. Die Beschäftigten bekämen aber eine "individuelle Anerkennung" für Mehrarbeit.

Diese Entscheidung gelte für die Commerzbank AG und alle hundertprozentigen Tochtergesellschaften, betonte Strutz. Seit Anfang des Jahres gehört die Dresdner Bank zur Commerzbank.

Die Dresdner-Investmentbanker hatten für 2008 vom früheren Dresdner-Mutterkonzern Allianz noch einen Bonus-Topf von 400 Millionen Euro zugesagt bekommen, den die Commerzbank schon vor Wochen infrage gestellt hatte. Mehrere Dresdner-Banker haben einem Medienbericht zufolge daraufhin damit gedroht, ihre Ansprüche vor Gericht durchzusetzen.

Die Commerzbank ist seit Monaten in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Sie nahm bereits Ende 2008 eine staatliche Kapitalspritze in Form einer stillen Einlage von 8,2 Milliarden Euro aus dem staatlichen Bankenrettungsfonds in Anspruch. Im Januar übernahm der Bund für weitere zehn Milliarden Euro 25 Prozent plus eine Aktie, was einer Teilverstaatlichung gleichkommt. Banken, die Hilfe aus dem Rettungsfonds annehmen, dürfen Boni und Dividende nur an den Fonds zahlen und müssen die Bezüge ihrer Topmanager auf 500.000 Euro im Jahr begrenzen.

Finanzchef Strutz sagte, die Commerzbank arbeite derzeit an einem neuen Anreiz- und Vergütungssystem. Dieses Modell müsse in allen Geschäftsbereichen zur Leistungsfähigkeit der neuen Commerzbank passen und der Nachhaltigkeit von Erträgen gerecht werden.

Im vierten Quartal 2008 ist bei der Bank ein Minus von 809 Millionen Euro angefallen, nach einem Gewinn von 201 Millionen Euro im Vorjahr. Über das ganze Jahr erreichte die Commerzbank knapp die Gewinnzone mit einem Plus von drei Millionen Euro. 2007 waren es noch 1,9 Milliarden Euro. Die Dividende wurde angesichts des Ergebnisses ebenso gestrichen wie die Boni.