Ein Sprecher der linksbürgerlichen Demokratischen Partei (PD) teilte am Dienstag in Rom mit, dass Walter Veltroni das Amt des Parteivorsitzenden niederlege. Bereits am Morgen habe er seinen Rücktritt eingereicht, dieser sei aber zunächst von der Parteispitze nicht angenommen worden. Am Nachmittag dann wurde sein Rückzug schließlich akzeptiert. Nach italienischen Medienberichten will sich Italiens Oppositionsführer an diesem Mittwoch vor der Presse zu seinem Schritt äußern.

Politische Beobachter in Rom machten den ehemaligen Bürgermeister von Rom wesentlich für die Niederlage bei der sardinischen Regionalwahl verantwortlich: Veltronis Lager sei seit dem Sieg Berlusconis bei der Parlamentswahl im April 2008 heillos zerstritten. Und Veltroni als einstigen Hoffnungsträger des linken Lagers könne der Beliebtheit des Regierungschefs selbst in der Wirtschaftskrise nichts entgegensetzen.

Berlusconi selbst triumphierte ob des deutlichen Wahlsiegs auf der Mittelmeerinsel. "Kein Wunder, ich habe mein ganzes Image aufs Spiel gesetzt für diese Wahlen", kommentierte er den Erfolg. Der Regierungschef, der selbst einige Villen auf der Mittelmeerinsel besitzt, hatte in den vergangenen Wochen mehrere Wahlreden auf Sardinien gehalten, um Ugo Cappellacci, den Kandidaten von Berlusconis Regierungspartei "Volk der Freiheit" (PDL), zu unterstützen.

Cappellacci konnte sich bei der Wahl auf Sardinien mit rund 52 Prozent der Stimmen durchsetzen. Sein Konkurrent, der bisherige Regionalratspräsident Renato Soru von der PD kam dagegen nur auf etwa 43 Prozent. "Ich bin enttäuscht, aber die PD bleibt eine Partei mit Zukunft", sagte Wahlverlierer Soru, der noch vor der Niederlage als möglicher nationaler Spitzenpolitiker der Linken angesehen worden war. Er machte eine Kampagne von Berlusconis Medienimperium mit den drei größten privaten TV-Sendern für die Niederlage verantwortlich.

Auf Sardinien, das bisher von einer Mitte-Links-Koalition regiert wurde, waren 1,5 Millionen Wähler aufgerufen, sowohl den Regionalratspräsidenten als auch das Regionalparlament neu zu wählen. Die Wahl galt als Popularitätstest für den seit zehn Monaten wieder amtierenden Ministerpräsidenten.