Im Spiegel haben neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch weitere Mitglieder der Bundesregierung die Bonuszahlungen für Bankmanager scharf kritisiert. "Es ist unverständlich, dass Banken, denen der Staat unter die Arme greift, in vielen Fällen gleichzeitig riesige Bonussummen auszahlen", sagte Merkel. Dies werde auch Thema beim Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) Anfang April in London sein.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) rügte im Zusammenhang mit den Bonuszahlungen den "Realitätsverlust und der Zynismus mancher Führungskräfte". Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mahnte, das Gemeinwohl lebe auch von der Mäßigung des Einzelnen. "Solche Exzesse sind Ausdruck einer verlorenen Bodenhaftung und gefährden den Grundkonsens dieser Gesellschaft." Auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) und Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) äußerten ihr Unverständnis.

Zugleich äußerte der Vorstandsvorsitzende des Rückversicherers Münchner Rück, Nikolaus von Bomhard, Verständnis für die öffentliche Empörung über hohe Bonuszahlungen an Manager. "Es gab klare Exzesse", sagte er dem Spiegel. Gerade die hohen, kurzfristigen Bonuszahlungen hätten als eine Art Brandbeschleuniger der Krise gewirkt.

Bomhard kritisierte die mangelnde persönliche Verantwortung vieler Top-Manager. "Wenn die Musik ganz laut spielt, muss man auch mal zu sagen wagen: Nein, ich tanze nicht mit."