Beim Autokonzern Daimler ist der Gewinn für das Jahr 2008 drastisch eingebrochen. Das operative Ergebnis schrumpfte von 8,7 Milliarden Euro auf 2,7 Milliarden Euro, wie der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Demnach sackte der Konzerngewinn von 4 Milliarden auf 1,4 Milliarden Euro ab. Grund sind die weltweite Absatzkrise und milliardenschwere Belastungen durch die Chrysler-Beteiligung.

Angesichts der unsicheren Lage verzichtete Daimler darauf, für das laufende Jahr eine konkrete Prognose vorzulegen. Das traue er sich nicht zu, so Zetsche, "die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft ist noch nicht absehbar". Generell rechnet der Autobauer für 2009 mit erheblichen Rückgängen bei Ergebnis, Umsatz und Absatz - "in allen Geschäftsfeldern", wie der Konzernchef betonte. "Aus heutiger Sicht könnte sich die weltweite Pkw-Nachfrage um weitere zehn Prozent abschwächen." Das gelte auch für die Schwellenländer. Zudem seien die Aussichten für die großen Nutzfahrzeugmärkte ebenfalls "ungünstig".

Mit einem Sparprogramm, der Drosselung der Produktion sowie einer Ausweitung der Kurzarbeit soll der aktuellen Absatzkrise auf den Pkw- und Lkw-Märkten gegengesteuert werden. Zetsche will mit unterschiedlichen Programmen allein in diesem Jahr mehrere Milliarden Euro einsparen. So sollen rund 50.000 Mitarbeiter in den deutschen Werken noch bis mindestens Ende März in Kurzarbeit bleiben. Auch Lohnerhöhungen sollen geringer ausfallen als sonst.

Außerdem streicht der Autobauer den Mitarbeiterbonus und die Dividende für 2008 kräftig zusammen. Die rund 118.000 anspruchsberechtigten Beschäftigten in Deutschland bekämen für das vergangene Jahr lediglich 1900 Euro Bonus. Für das Jahr 2007 hatte Daimler noch den Rekordwert von 3750 Euro je Beschäftigtem gezahlt. Daher wird auch die Dividende für die Aktionäre auf 60 Cent je Aktie gekürzt. Für 2007 hatte Daimler zwei Euro je Aktie ausgeschüttet, nachdem der Autobauer lange Jahre nur eine Dividende von 1,50 Euro gezahlt hatte.

Ursache für den Gewinneinbruch des Suttgarter Autobauers ist vor allem die Restbeteiligung von knapp 20 Prozent am schwer angeschlagenen US-Autoriesen Chrysler. Diese hat das Ergebnis der Stuttgarter mit 3,2 Milliarden Euro belastet. Außerdem brach beim Herzstück Mercedes-Benz-Cars der operative Gewinn um mehr als die Hälfte auf 2,1 Milliarden Euro ein. Auch in der Nutzfahrzeugsparte sank der operative Gewinn von 2,1 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro.

Trotz dieser überraschend schlechten Zahlen für 2008 haben Daimler-Aktien ihre Verluste verringert. Die schwache Bilanz des Konzerns drückte dennoch auf die Stimmung am deutschen Aktienmarkt: Der Dax büßte bis zum Mittag 1,7 Prozent auf 4291 Punkte ein. Außerdem forcierte die Angst vor einer anhaltenden Welle von Gewinneinbrüchen die Talfahrt an der Frankfurter Börse.