Die Meldungen lasen sich dramatisch: Eine deutsche Tramperin  auf dem Weg nach Griechenland steigt in den Wagen eines Österreichers und wird Opfer eines Geiselnehmers. Dieser verschanzt sich mit der Frau  seiner Wohnung im Mürztal in der Steiermark. Er droht damit, sich und seine Geisel mit Gasflaschen in die Luft zu sprengen, sollte die Polizei das Haus stürmen.

Als die Polizei die Wohnung des 55-Jährigen stürmte, in der er sich angeblich mit der Deutschen verschanzt hatte, fand sich dort keine Geisel. Der Mann täuschte die Polizei, weil er sich als Opfer eines Justizirrtums sah. 

Er hatte vorgegeben, dass die Frau zufällig sein Opfer wurde. Er habe ursprünglich eine andere Person kidnappen wollen. Dieser Plan jedoch scheiterte und so entführte der bereits vorbestrafte Arbeitslose die junge Deutsche.

Die Polizei erfuhr von der angeblichen Tat durch einen Bekannten des Geiselnehmers und reagierte sofort. Der Täter ist gelernter Schweißer und könnte daher leichten Zugang zu dem hochexplosiven Stoff haben. Die Beamten ließen die umliegenden Häuser, darunter ein Seniorenheim mit 45 Bewohnern, räumen, ein Sonderkommando der Eliteeinheit Cobra bezog Stellung um das Dreifamilienhaus. Bis in den späten Mittwochabend verhandelte die Polizei mit dem Mann, bevor sie am Donnerstagmorgen zugriff.

Bald war bekannt, dass ein bereits lange währender Streit mit Behörden Hintergrund der Tat sein könnte. Beim zuständigen Bezirksgericht läuft derzeit ein Verfahren gegen den Mann, gegen das bereits er mehrmals Protest eingelegt hatte.