Mit Spannung dürften die Arbeiter in Detroit und Rüsselsheim an diesem Abend nach Washington blicken. Dort müssen die Opel-Mutter General Motors (GM) und ihr Konkurrent Chrysler der US-Regierung ihre Sanierungspläne vorlegen, um weitere Staatshilfen zu bekommen. Vorab kursierten Meldungen, die die 25.000 Mitarbeiter in den deutschen Opel-Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern, Bochum und Eisenach beunruhigen dürften.

Demnach wird GM erhebliche Einschnitte in Europa vornehmen. Die Fabriken in Bochum und im belgischen Antwerpen könnten geschlossen, das Werk in Eisenach veräußert werden. Das meldet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine Person, die mit den Sanierungsplänen von GM vertraut sein soll. Damit bestätigt sie auch Berichte des Branchendienstes Automotive News Europe vom Montag, wonach GM die Schließung von mindestens drei Werken in Westeuropa erwäge.

Ein Sprecher von GM Europe wollte die Berichte nicht kommentieren. Allerdings schloss er Einschnitte für die Beschäftigten nicht aus. GM werde in Europa "sehr engagiert" seine Hausaufgaben machen müssen.

Der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opelwerkes, Rainer Einenkel, hat diese Pläne allerdings dementiert: "Es gibt derartige Entscheidungen nicht". Er habe die Zusage von Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats, dass alles getan werde, um die deutschen Werke zu retten. Vielmehr seien die Medien benutzt worden, um Falschinformationen in die Welt zu setzen. Die Bochumer Opel-Beschäftigten seien nicht weiter beunruhigt: "Die Belegschaft hat ein feines Gespür, ob etwas provoziert werden soll".