Sie terrorisierten die Bevölkerung, errichteten Foltergefängnisse im Dschungel, bestraften Unschuldige bestialisch - von 1975 bis 1979 herrschten die Roten Khmer über Kambodscha. Das Land leidet bis heute darunter.

1975 übernahmen die Roten Khmer die Macht in Kambodscha. Ihr Führer Pol Pot strebte einen reinen Agrarstaat an, der unabhängig vom Westen sein sollte. Alle Kambodschaner sollten Bauern werden. Pol Pot ließ Intellektuelle, Lehrer und Ärzte hinrichten. Er verbot Geld, Religion und viele Medikamente.

1977 fällt die Ernte schlecht aus. Hunderttausende sind unterernährt, ansteckende Krankheiten wie Malaria breiten sich schnell aus, Tausende sterben. Das Regime macht unter anderem ausländische Spione und Verräter für die Krisen verantwortlich. Unter grausamer Folter gestehen Unschuldige, dass sie für den Feind gearbeitet haben. Auf sogenannten Killing Fields richten die Maoisten tausende Unschuldige hin.

1978 beginnt Kambodscha einen Krieg gegen Vietnam wegen umstrittener Grenzverläufe. Das Nachbarland marschiert mit 150000 Soldaten ein und besetzt am 5. Januar 1979 die Hauptstadt Phnom-Penh. Das Regime der Roten Khmer wird gestürzt.

1997 beschließt Kambodschas Regierung ein Tribunal einzurichten. Der Premier Hun Sen bittet die UN um Hilfe. Im Jahr darauf stirbt Pol Pot, der ehemalige Anführer der Roten Khmer. Hun Sen trifft sich mit hochrangigen Roten Khmer und erklärt danach, dass kein Tribunal stattfinden werde, um die Ruhe im Land nicht zu gefährden.

1999 schlagen UN-Juristen ein Tribunal außerhalb Kambodschas vor. Doch 2001 entwirft die Regierung in Phnom-Penh ein Gesetz, das die juristische Aufarbeitung in Kambodscha ermöglichen soll.