Wenn alles glatt läuft, wechselt Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin zum 1. Mai in den Vorstand der Bundesbank. Berlin und Brandenburg wollen den 64-jährigen SPD-Politiker gemeinsam für den Spitzenposten vorschlagen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Offiziell muss der Bundesrat der Personalie noch zustimmen, am Donnerstag wird sich der Finanzausschuss damit beschäftigen. Üblicherweise folgt die Länderkammer der Empfehlung der Länder, ein Wechsel Sarrazins nach Frankfurt gilt demnach als sicher.

Über diesen Wechsel war seit Monaten spekuliert worden. Der Posten wird frei, wenn die beiden bisherigen Vorstandsmitglieder Hermann Remsperger und Hans Reckers die Bundesbank turnusmäßig verlassen. Wegen der bereits beschlossenen Verkleinerung des Vorstands auf sechs Personen wird nur einer der beiden Posten nachbesetzt.

Sarrazin war sieben Jahre Finanzsenator in Berlin und verordnete der hoch verschuldeten Hauptstadt einen strengen Sparkurs. Einen möglichen Nachfolger nannte Wowereit nicht. Zuletzt wurde der Chef der Bremer Senatskanzlei, Hubert Schulte, für das Amt gehandelt.