In beiden Kammern des Kongresses ergab sich nur eine hauchdünne Mehrheit für das gigantische Programm von Präsident Barack Obama. Im Repräsentantenhaus stimmte kein einziger  Republikaner für das Paket. Bei der letzten Abstimmung im Senat bekam der Rettungsplan für die US-Wirtschaft gerade einmal 60 Stimmen, genauso viele wie mindestens benötigt. Das wurde nur möglich, weil drei moderate Republikaner für ihn votierten.

Die Abstimmung war eine Zitterpartie. Trotz der republikanischen Unterstützer fehlte zunächst eine Stimme. Das Rettungspaket konnte erst verabschiedet werden, nachdem das Weiße Haus den demokratischen Senator Sherrod Brown mit einer Regierungsmaschine einfliegen ließ. Brown war zur Totenwache für seine Mutter in seinen Heimatstaat Ohio gereist.

Die Regierung habe sich zu dem Schritt entschlossen, weil die Abstimmung als "Amtsgeschäft" eingestuft werde und es keine Linienflüge gegeben habe, hieß es aus dem Büro des Senators. Er werde unmittelbar nach der Stimmabgabe nach Ohio zurückfliegen.

Der Präsident will das Paket nun möglichst rasch unterzeichnen, vermutlich gleich am Montag. Die nach der Summe größte Konjunkturspritze in der Geschichte soll 3,5 Millionen Arbeitsplätze erhalten oder schaffen.

Der vehemente Widerstand der Republikaner gegen das Programm gilt als neuer Rückschlag für Obamas Vorhaben, stärker parteiübergreifend Politik machen zu wollen. Im Repräsentantenhaus votierten gar sieben Demokraten gegen das Programm.

Bereits die Verabschiedung eines ersten Entwurfs des Pakets im Senat vor wenigen Tagen war nur durch die Zustimmung dreier moderater Republikaner möglich geworden. Allerdings speckten sie Obamas Pläne im Gegenzug für ihre Billigung auch merklich ab . Bei der Abstimmung über den ersten Entwurf des Abgeordnetenhauses vor rund zwei Wochen hatte ebenfalls kein einziger Republikaner für die Vorlage votiert. Die jetzt verabschiedete Version ist ein Kompromiss aus beiden Entwürfen.