Jede Woche spiegelt das Echolot, worüber die Feuilletons und Fanzines schreiben

Gang Gang Dance muss die Europa-Tournee zu ihrem großartigen Album Saint Dymphna abbrechen, nachdem ein Feuer in einem Hinterzimmer in Amsterdam ihre Ausrüstung völlig zerstört hatte. Die Band hatte die Instrumente dort über Nacht untergestellt. "Geschmolzen, verkohlt, immer noch vor sich hin schwelend" – so fand die Band Gitarren, Schlagzeug und Sampler am nächsten Morgen vor. Der Schock sitzt tief: "Es ist wirklich verheerend. Es handelt sich um sehr spezielles Equipment, ohne das wir aufgeschmissen sind", schreiben die Musiker auf ihrer MySpace-Seite.

Noch mehr schlechte Nachrichten: Die Band

Darüber kann sich Kai Müller im Tagesspiegel nur hämisch freuen: "Heute nun ist alles digital, und deshalb kommt die US-Band Gang Gang Dance nicht so glimpflich davon", schreibt Müller. Schließlich werde ihre Musik auch auf CD-Rohlinge "gebrannt" (hoho!), da dürfe sich die Band nicht beschweren. "Wenn Künstler ihr Gedächtnis auslagern und sich auf Festplatten verlassen, ist selbst bei einer Experimental-Band kein Raum mehr für Experimente", lautet Müllers seltsames Fazit.

Dass auch elektronische Instrumente und selbst gebastelte Samples einen individuellen Klang haben, der nicht so einfach ersetzbar ist, hat er offenbar nicht verstanden. Geweint werden darf eben nur, wenn Konzertgitarren und Harfen in Flammen aufgehen. Immerhin nehmen es Gang Gang Dance mit Humor: "Wir sehen uns, wenn sich der Rauch verzogen hat."

Apropos Schall und Rauch. Da war doch noch was. In Berlin wurde am Samstag wieder der bekannte Echo-Musikpreis verliehen. "Über allem schwebte das große Gähnen", schrieb die SZ. Zu den Preisträgern zählen Udo Lindenberg, die Scorpions, Paul Potts und die Toten Hosen. Kann man drüber nachdenken. Kann man aber auch sein lassen.

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