Ein erstes Gespräch zwischen dem designierten israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (Likud) und der scheidenden Außenministerin Zipi Liwni von der Kadima-Partei ist am Sonntagabend ohne Ergebnis geblieben. Beide Politiker vereinbarten nach israelischen Medienangaben weitere Konsultationen.

Liwni betonte, es gebe noch große Streitfragen zwischen ihrer Partei und Netanjahus Likud. Netanjahu habe sich nicht positiv zu einer Zwei-Staaten-Lösung geäußert. Für sie sei jedoch die Schaffung eines Palästinenserstaates wesentlich. Es bestünde zur Zeit nicht die Notwendigkeit, Verhandlungsdelegationen für Koalitionsgespräche zusammenzustellen. Sie wolle in die Opposition, wiederholte die 50 Jahre alte Liwni.

Netanjahu, der um ein zweites Treffen gebeten habe, sprach davon, dass die Differenzen zwischen den beiden stärksten Fraktionen im Parlament nach den Wahlen vom 10. Februar nicht unüberbrückbar seien. Er betonte, er strebe angesichts der Probleme des Landes weiterhin die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit an.

Netanjahu will Liwnis Kadima davon überzeugen, sich an einer gemeinsamen Regierung zu beteiligen. Die Kadima ist in der Knesset die stärkste Fraktion mit einem Sitz Vorsprung vor dem Likud. Staatspräsident Schimon Peres hatte Netanjahu am Freitag mit der Regierungsbildung beauftragt.