Mehr als vier Millionen Privathaushalte in Deutschland beschäftigen eine Hilfe fürs Putzen, die Gartenarbeit oder die Hausaufgabenbetreuung schwarz. Hauptarbeitgeber sind Senioren, gefolgt von Doppelverdienerhaushalten ohne Kinder, ermittelte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Umfrage. Familien mit mehreren Kindern leisteten sich hingegen vergleichsweise selten Haushaltshilfen.

Alleinstehende ältere, insbesondere pflegebedürftige Menschen beanspruchen demnach 37 Prozent der angebotenen Hilfeleistungen für den Haushalt. Doch sie stellen demnach nur 18 Prozent aller Haushalte. Anbieter seien oft ältere Frauen mit niedrigem Einkommen.

Schwarzarbeit ist damit weit verbreitet: Die Auswertung ergab, dass rund 95 Prozent der insgesamt 4,5 Millionen in Deutschland beschäftigten Haushaltshilfen ohne Rechnung arbeiten. "Schwarzarbeit im Haushalt wird von der Bevölkerung weitgehend akzeptiert", sagte die Leiterin des IW-Hauptstadtbüros, Karen Horn.

Acht von zehn Befragten gaben an, sie hätten kein schlechtes Gewissen, eine Hilfe illegal zu beschäftigen. Fast jeder dritte Erwachsene vergab demnach im Jahr 2007 Arbeiten ohne Rechnung, im Durchschnitt bezahlte er dafür 1000 Euro.

Befragt hatte das Institut 2007 etwa 1000 Personen. Fast die Hälfte von ihnen gab demnach an, eine Putzhilfe oder Pflegekraft nur zu beschäftigen, wenn es schwarz möglich sei. Nur ein Fünftel war bereit, die Arbeitskraft anzumelden. Das auch nur, wenn es generell keine Schwarzarbeit mehr gäbe.

Handwerksleistungen beim Hausbau liegen der Umfrage nach mit 18,7 Prozent an der Spitze der in Anspruch genommenen Dienste. An zweiter Stelle kommen Haushaltsarbeiten wie Putzen, Einkaufen oder Gärtnern (15,8 Prozent), gefolgt von Autoreparaturen (13,7 Prozent).