Die Welt müsse mehr Druck auf die Regierung in Colombo ausüben, damit diese "den Völkermord an dem Tamilen" beende, forderten die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) in einem offenen Brief. Gleichzeitig erklärte sich die LTTE zu Diskussion und Zusammenarbeit bereit, um einen "sofortigen Waffenstillstand und eine politische Lösung des Konflikts herbeizuführen", wie die LTTE-nahe Internetplattform TamilNet am Montag berichtete.

Nach der jüngsten Offensive der Regierungstruppen ist die LTTE, die einst weite Teile Sri Lankas kontrollierte, inzwischen auf einem nur noch 150 Quadratkilometer großen Landstrich an der Nordostküste  eingekesselt. Dennoch gelang des den Rebellen am Freitag, Colombo mit zwei Leichtflugzeugen anzugreifen. Dabei starben vier Menschen, darunter zwei Selbstmordpiloten. 51 Menschen wurden verletzt.

In Brüssel riefen die Außenminister der 27 EU-Staaten die Regierung in Colombo und die tamilischen Rebellen am Montag zu einem sofortigen Waffenstillstand und zu Friedensverhandlungen auf. "Die EU bleibt überzeugt, dass der lange Konflikt in Sri Lanka nicht mit militärischen Mitteln gelöst werden kann", heißt es in einer Erklärung in Brüssel.

"Eine militärische Niederlage der LTTE würde nur die Notwendigkeit unterstreichen, eine politische Lösung zu finden, um einen dauerhaften Frieden zu sichern." Die EU zeigte sich "zutiefst besorgt über die sich entwickelnde humanitäre Krise" und forderte einen unverzüglichen Waffenstillstand. Dies solle die Versorgung von Flüchtlingen mit Hilfsgütern ermöglichen. Im Nordosten der Insel sollen bis zu 200.000 Zivilisten zwischen den Fronten festsitzen.