Die vom britischen Auktionshaus Christies in Paris organisierte Jahrhundertversteigerung der privaten Kunstsammlung von Yves Saint Laurent hat alle Erwartungen übertroffen. Bereits am Montag, dem ersten Auktionstag, wurde für Werke großer Impressionisten und Künstler der Moderne mehr als die Hälfte der Summe erzielt, auf die die gesamte Kollektion aus 730 Kunstwerken und Objekten geschätzt wurde.

Die Auktion der einzigartigen Sammlung des im vergangenen August verstorbenen Modeschöpfers und seines Lebensgefährten Pierre Bergé dauert bis Mittwoch. Unter den Werken, die - aufwendig inszeniert - im Pariser Grand Palais ihren Besitzer wechselten, war auch das Stillleben Gelbe Narzissen von Henri Matisse, das für 35,9 Millionen Euro versteigert wurde. Angesetzt war das Gemälde ursprünglich auf 12 bis 18 Millionen Euro.

Doch es gab auch Arbeiten, für die sich kein Käufer fand. So verblieb das kubistische Stillleben von Pablo Picasso Musikinstrumente auf einem kleinen runden Tisch vorerst bei Christie’s. Sein Schätzpreis lag bei 25 bis 30 Millionen Euro.

Einen Millionen-Erlös brachte aber die seltene Holzfigur Madame L.R. von Constantin Brancusi. Es war das erste kostspielige Werk, das die beiden Männer Anfang der 70er Jahre gemeinsam erworben hatten. Es wurde auf 15 und 20 Millionen Euro geschätzt und ging am Montagabend für mehr als 29 Millionen Euro weg.

In China sorgte indes eine gerichtliche Entscheidung für Empörung, die eine Versteigerung zweier chinesischer Tierköpfe aus dem 18. Jahrhundert ermöglicht. Die chinesische Regierung forderte noch vergangene Woche erneut die Rückgabe der beiden Bronzefiguren, die französische und britische Truppen während der Plünderung des Sommerpalastes 1860 in Peking erbeutet hatten. Die Auktion widerspreche dem Geist internationaler Konventionen und verletze das chinesische Volk, hatten die chinesischen Anwälte geklagt. Die Herkunft aller Objekte sei klar und eindeutig, entgegnete daraufhin das Auktionshaus.