In einer abgestimmten Aktion wollen die europäischen Förderbanken EIB und EBRD sowie die Weltbank angeschlagenen Finanzinstituten und Unternehmen helfen und eine drohende Bankenkrise abwenden.

EIB-Präsident Philippe Maystadt setzt darauf, dass die Großregion mit dem internationalen Finanzpaket stabilisiert wird. Sofort-Hilfen in Höhe von 5,7 Milliarden Euro seien bereits genehmigt, weitere 2,8 Milliarden sollen bis Ende April fließen. Ende 2010 sollen sich die Stützungsmaßnahmen auf insgesamt elf Milliarden Euro summieren. Doch dies wird möglicherweise nicht reichen.

EBRD-Chef Thomas Mirow sagte der französischen Zeitung Le Figaro, die Banken Osteuropas bräuchten möglicherweise bis zu 150 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital. Im schlechtesten Fall könnten weitere 200 Milliarden Dollar zur Refinanzierung benötigt werden, um das Risiko eines Bankenzusammenbruchs in der Region abzuwehren. Das Rettungspaket solle daher in den kommenden Wochen umgesetzt werden.

Die Osteuropa-Bank EBRD befürchtet jedoch, dass letztlich noch weit gigantischere Beträge nötig sein könnten. Mirow nannte für den schlimmsten Fall eine Summe von mehr als 275 Milliarden Euro.

Die Krise in Mittel- und Osteuropa hatte sich zuletzt dramatisch verschärft. Nach Jahren des Wachstums leiden viele Staaten der Region besonders stark unter der globalen Rezession. Die Währungen sind im Sinkflug, viele Länder können sich am Kapitalmarkt kaum noch Geld leihen.

Ungarn hatte einen Stabilisierungsfonds für Osteuropa angeregt, der mehr als 180 Milliarden Euro umfassen könnte. Auch EIB-Präsident Maystadt schloss nicht aus, dass das Hilfspaket noch ausgeweitet wird. "Sie können vernünftigerweise davon ausgehen, dass dies erst der erste Schritt einer umfassenderen Antwort der Europäischen Union sein könnte", sagte der EIB-Chef der Nachrichtenagentur Reuters.