Aristide Bancé hat Mainz 05 zum ersten Mal ins Pokal-Halbfinale geschossen. Dem Stürmer aus Burkina Faso gelang in der 88. Minute das Tor zum 1:0-Sieg gegen den enttäuschenden Bundesliga-Achten, der den Strohhalm auf eine Europapokal-Teilnahme leichtfertig verspielte. "Ich bin richtig geschockt", sagte Schalkes Manager Andreas Müller. "Wir müssen nun sehen, wie es weitergeht." Mainz kam im dritten Pokalspiel im heimischen Stadion am Bruchweg zum zweiten Erfolg gegen die Königsblauen aus Gelsenkirchen und ist am Samstag bei der Auslosung der Vorschlussrunde weiter im Lostopf. Nach dem 1. FC Köln schalteten die Mainzer den zweiten Bundesligisten aus.

"Bancé hat das toll gemacht, aber dafür ist er auch da", sagte der Mainzer Trainer Jörn Andersen. "Ich wusste, irgendwann bekommen wir unsere Chance - und die muss sitzen. Noch ein Sieg und wir sind in Berlin." Von einem packenden Pokalkampf war die Partie vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Stadion lange Zeit weit entfernt. Die beiden Torleute verlebten eine ruhige erste Halbzeit, auch wenn der Mainzer Dimo Wache in der Strafraumbeherrschung wiederholt Schwächen offenbarte. So auch in der 40. Minute, als Mladen Krstajic nach Engelaar-Flanke am Pfosten scheiterte. Es war die einzige echte Torchance der ersten 45 Minuten, sieht man von den vergeblichen Versuchen von Markus Feulner (8.) und Bancé (45.) ab.

Nach der Pause war für den abermals schwachen Kevin Kuranyi Feierabend. Für den nach wie vor in der Kritik stehenden Ex-Nationalspieler kam Halil Altintop. Doch die erste Chance hatte der Uruguayer Vicente Sanchez, dessen Weitschuss (48.) Wache allerdings sicher zur Ecke lenkte. Der Routinier im Mainzer Tor steigerte sich und war durch die wenig zwingenden Angriffe des Bundesligisten nicht aus der Ruhe zu bringen. Auch die Hereinnahme von Ivan Rakitic (65.), der Orlando Engelaar ersetzte, brachte die große Wende nicht.

Dagegen machten die Mainzer ihr Glanzstück perfekt. Nachdem der überragende Feulner  entkräftet ausgeschieden war, schien der Triumph zunächst in weite Ferne gerückt. Doch mit Kampfgeist und einer großen Portion Glück stemmte sich der Zweitligist gegen die Angriffe der überlegenen Schalker und machte die Überraschung durch Boncé perfekt.