Wenn am Wochenende die Mitgliederversammlung der FZS in Bielefeld tagt, ist für reichlich Zündstoff gesorgt. Welche Verantwortung trägt der Vorstand für die finanziellen Probleme? Hat er die Mitglieder über die tatsächliche Lage richtig informiert?

Der FZS sieht sich als Dachverband der Studentenvertretungen Deutschlands, rund eine Million Studenten will der FZS laut Angaben auf der Homepage repräsentieren. Durch Austritte mehrerer Universitäten dürften es mittlerweile aber kaum mehr als 800.000 sein. Für Medien und Politik fungiert er als zentraler Ansprechpartner für studentische Belange. Der Verband engagiert sich deutschlandweit gegen Studiengebühren, für mehr Bafög. Er sitzt in der deutschen Bologna-Gruppe neben Vertretern der Hochschulrektorenkonferenz und des Bundesministeriums für Bildung und kritisiert dort die Auswirkungen der Studienreform rund um Bachelor und Master.

Jede Studentenvertretung kann Mitglied werden und zahlt Beiträge nach Studentenzahl. Ausgenommen davon die Hochschulen Bayerns und Baden-Württembergs, denen verwehrt das Landesgesetz einen eigenen Haushalt.

Dem Verband fehlen mehrere Zehntausend Euro, fünf Referenten wurden Ende Dezember entlassen. Die Ursachen für die Finanzprobleme erklärt Florian Keller aus dem FZS-Vorstand so: "Die Summe der Mitgliedsbeiträge war geringer als erwartet. Das lag am Austritt von Mitgliedern und der Finanzlage von Mitgliedern."

Die Unis Münster, Jena und Frankfurt/Main traten im Sommer 2008 aus dem FZS aus. Damit fehlen die Mitgliedsbeiträge von rund 92.000 Studenten, insgesamt rund 50.000 Euro. Hinzu kam, dass einige Hochschulen trotz einer Erhöhung der Beitrage die Beiträge noch in alter Höhe überwiesen – dies hatte der FZS freigestellt.

"Die Summe der Mitgliedsbeiträge wurde zu positiv geschätzt. Daran ist nichts falsch", sagt Keller dazu.