Spätestens seit der Entscheidung des EU-Umweltrates im vergangenen Dezember ist klar: Unternehmen im Transportgewerbe müssen dazu beitragen, die EU-Klimaziele zu erreichen. Sie müssen ihren Energieverbrauch deutlich senken, vermehrt erneuerbare Energien einsetzen und ihre Emission von Treibhausgasen reduzieren. Der Luftverkehr, der in den vergangenen Jahren den größten Anstieg von CO2-Emissionen zu verzeichnen hatte, wird ab 2012 in den EU-Emissionshandel einbezogen.

Seit zwei Jahren steigt – nicht nur im Luftverkehr – die Zahl der Transportunternehmen, die für ihre CO2-Emissionen einen Ausgleich leisten. Vielleicht wächst das Bewusstsein der Verantwortlichen für die Bedeutung des Klimaschutzes, möglicherweise wissen die Manager aber einfach nur mehr darüber, wie man am CO2-Markt mit Emissionsrechten handelt. Den Unternehmen verschafft das ein besseres Image unter den Investoren. Diese achten mehr und mehr auf die ökonomischen und rechtlichen Risiken, die es mit sich bringt, sich nicht an die Regeln im Kampf gegen die globale Erwärmung zu halten.

Die Beratungsfirma Ernst & Young hat untersucht, inwieweit sich Transportunternehmen dem Kyoto-Protokoll unterwerfen. Auf Jahresberichten, Nachhaltigkeitsberichten und Internetpräsenzen sammelten ihre Mitarbeiter Informationen über zwanzig Firmen. Es handelt sich um die größten Unternehmen der an der Studie beteiligten Länder, gemessen an den Verkaufszahlen, und die größten Billigflieger-Airlines.

Sechs der Firmen garantieren, dass die Kompensationsmaßnahmen, die sie ihren Kunden anbieten, den verlangten Kriterien entsprechen. Damit eignen sie sich für den CO2-Emissionshandel im Sinne des Kyoto-Protokolls. Die detaillierten Ergebnisse finden sich in der unten stehenden Tabelle.

Wie sehr engagieren sich Transportunternehmen für den Klimaschutz? Klicken Sie auf das Bild, um die vollständige Tabelle zu sehen! © ZEIT ONLINE Grafik/Quelle: basierend auf Unternehmensinformationen

2-Marktes. Aus ihrer Sicht bürdet er die Verantwortung für die Reduktion klimaschädlicher Emissionen nicht den Verursachern auf, sondern den Kunden. Zugleich wollen immer mehr Unternehmen die Öffentlichkeit für die Treibhausgase entschädigen, die sie ausstoßen. Die französische Umweltagentur Ademe (Agence de l'Environnement et de la Maîtrise de l'Energie) hat deshalb eine Charta verabschiedet, um die Angebote zu regulieren.

Manche Umweltschützer kritisieren den "Ablasshandel" des CO

Die Kompensation muss gesetzlich vorgeschrieben sein, um Wirkung zu entfalten, sagt Christophe Schmeitzky, Berater in der Abteilung für nachhaltige Entwicklung bei Ernst & Young. Bislang ist sie freiwillig. Die Unternehmen schweigen über die Zahl der Passagiere, die für die Emissionen der von ihnen unternommenen Reisen einen Ausgleich zahlen. Die wenigen verfügbaren Umfragen zeigen lediglich einen kleinen Prozentsatz von Freiwilligen an.

Zwar gibt es Ausnahmen: So zahlt die britische Royal Mail einen Ausgleich für die CO2-Emissionen, die ihr Verteilerservice für nicht adressierte Post verursacht. Die Pariser Taxi-Gesellschaft Verture schlägt die Kosten der CO2-Kompensation auf den Fahrpreis, und der Neupreis jedes Smart beinhaltet den Preis der Emissionen, die auf den ersten 50.000 Kilometern Fahrt entstehen. Doch solche Beispiele sind noch immer selten.