Die T-Shirts der rechten Marke "Hardcore" sprechen eine klare Sprache: "Gewalt, Sex, gute Laune" oder "So viele Arschlöcher – so wenig Kugeln" prangt auf den Hemden. Schlagringe, Butterfly-Messer und Revolver verzieren andere Teile der Kollektion.

Hardcore bezeichnet eigentlich einen aggressiven Musikstil, der aus dem linken Punk hervorgegangen ist. Der Rechtsextremist Timo Schubert vertreibt die gleichnamige Modemarke über seinen Onlinevertrieb "Der Versand". Er will sich den Begriff nun schützen lassen .

Schubert hat im Juli 2008 dazu einen Antrag auf Schutz der Wortrechte beim Deutschen Patent- und Markenamt gestellt. Am 2. Januar veröffentlichte die Behörde den Eintrag im Internet. Noch läuft die Widerspruchfrist.

Timo Schubert ist beim niedersächsischen Verfassungsschutz kein Unbekannter. Sein Versandhandel wird im Verfassungsschutzbericht 2007 erwähnt. Und auch die Neonazi-Band Agitator, in der Schubert Schlagzeug spielt, wird beobachtet. "Die Texte glorifizieren die NS-Ideologie, wobei keine strafrechtlich relevanten Äußerungen vorkommen", schreiben die Experten des Landesverfassungsschutzes in einer Broschüre über neonazistische Kameradschaften, rechtsextremistische Skinheads und Musik.

"No Respect" lautet ein Slogan der Marke Hardcore. Respektlos auch versuchen Schubert und andere Rechtsextremisten, Symbole und Begriffe der linken Jugendkultur zu besetzen. Sie wollen damit in Jugendszenen vordringen, zu denen sie bislang keinen oder wenig Zugang haben.

"Musik ist das ideale Mittel, Jugendlichen den Nationalsozialismus näher zu bringen", gab Ian Stuart Donaldson, der Mentor des internationalen Rechtsrock, vor Jahren den Weg für die deutschen Kameraden vor. Mit ihrer Schulhof-CD wirbt die NPD um Jugendliche, rechte Kameradschaften veranstalten Konzerte, auf denen Bands längst nicht mehr nur Skinhead-Musik spielen.