Zwei Männer laufen geduckt über eine Rasenfläche. Sie tragen Rucksäcke, Armeehosen und halten große Sturmgewehre in der Hand. Sie heben die Waffen, zielen, feuern. Dann laufen die Terroristen weg. Die Kamera schwenkt, ein Polizist kommt ins Bild, er sackt zusammen, liegt vor einem Blumenbeet und hält sich eine Hand vor den Bauch.

Der kurze Film eines pakistanischen TV-Senders zeigt, wie der Anschlag auf das sri-lankische Kricket-Team in der ostpakistanischen Stadt Lahore vor sich ging: Die Terroristen operierten in kleinen Gruppen, wie sie es bereits beim Anschlag auf die Luxushotels in der indischen Stadt Mumbai im November getan hatten.

Islamistische Scharfschützen hatten am Dienstag den Bus mit Kricket-Spielern aus Sri Lanka im Stadtzentrum von Lahore angegriffen. Das Fahrzeug war auf dem Weg zum Gaddafi Stadion, wo ein Freundschaftsspiel zwischen den Mannschaften aus Sri Lanka und Pakistan stattfinden sollte. Die Terroristen attackierten gezielt den Mannschaftsbus. Sie eröffneten von mehreren Seiten das Feuer auf das Fahrzeug.

Sechs Polizisten, die den Konvoi eskortierten und sich den Angreifern entgegenstellten, starben, auch zwei Passanten kamen um. Fünf Sportler und ein Trainer wurden verletzt. Zwei Kricket-Spieler wurden in ein Krankenhaus ausgeflogen, den Rest des Teams evakuierten Militärhubschrauber. Sri Lankas Nationalmannschaft will heute noch nach Hause zurückkehren.