In der Region Galicien im Nordwesten der Iberischen Halbinsel errang die konservative Volkspartei (PP) nach dem vorläufigen Endergebnis am Sonntag die absolute Mehrheit. Damit verdrängte sie die bisher regierende Koalition von Sozialisten (PSOE) und Linksnationalisten (BNG) nach vier Jahren von der Macht. Dieses Ergebnis gilt auch als Signal an Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero, der für die rasche Verschlechterung der Wirtschaftslage mitverantwortlich gemacht wird.

Im Baskenland errangen die baskischen Nationalisten (PNV) von Ministerpräsident Juan José Ibarretxe zwar erneut die meisten Sitze im Regionalparlament. Das bisher von der PNV geführte Regierungsbündnis verlor aber aufgrund von Verlusten der kleineren Parteien seine Mehrheit. Damit liefen die Nationalisten Gefahr, erstmals seit drei Jahrzehnten von der Macht verdrängt zu werden.

Die pro-spanischen Parteien der Sozialisten (PSE) und der Konservativen (PP), die ohne Einschränkungen für die Zugehörigkeit des Baskenlands zu Spanien eintreten, gewannen eine rechnerische Mehrheit. Die Regierungsbildung im Baskenland hing davon ab, wer mit wem eine Koalition eingehen wird. Nationalist Ibarretxe strebt eine weitgehende Trennung des Baskenlands von Spanien an.

Erstmals in der jüngeren Geschichte werden dem baskischen Parlament künftig keine Anhänger der Terrororganisation ETA mehr angehören. Die mit den ETA-Separatisten sympathisierenden Parteien hatten keine Kandidaten aufstellen dürfen.

In der Nacht vor der Wahl nahm die Polizei in der Gegend von San Sebastián einen mutmaßlichen ETA-Terroristen fest. Der 24-Jährige stand nach Angaben der Behörden im Verdacht, an einem fehlgeschlagenen Bombenanschlag im Januar auf Polizeibeamte beteiligt gewesen zu sein.

Bei den Wahlen im Baskenland und in Galicien waren insgesamt 4,4 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Das Baskenland und Galicien gelten in Spanien – ebenso wie Katalonien – als "historische Regionen", weil sie über eigene Sprachen und Kulturen verfügen.