Davis Cup, das ist eigentlich eine große Party. Wenn im Tennis die Mannschaften aus verschiedenen Ländern gegeneinander antreten, wird oft wild gefeiert. Trommeln, Fahnen, bunte T-Shirts, Perücken – viele Fans zelebrieren die Davis-Cup-Partien wie Länderspiele im Fußball. Am kommenden Freitag wird es anders sein.

Bei der Begegnung zwischen Schweden und Israel wird das Publikum wenig zu jubeln haben. Es darf die Matches in den Baltiska Hallen in Malmö nicht sehen. Es gebe "ein zu hohes Risiko für Mitarbeiter, Spieler und Organisatoren", befand der zuständige Stadtrat aus Malmö. Mit den Stimmen der Sozialdemokraten und der dortigen Linkspartei entschied der Rat, die Davis-Cup-Partien vor leeren Rängen spielen zu lassen.

Die Auslöser des Sicherheitsrisikos sind allerdings linke Aktivisten selbst. Seit mehreren Wochen planen sie den Boykott der Davis-Cup-Spiele zwischen Schweden und Israel. "Stoppa Matchen" – stoppt die Spiele – heißt der Slogan, der sich gegen den Staat Israel und dessen Kriegsführung im Gaza-Konflikt mit den Palästinensern richtet. Mit Internet-Videos und Protestbriefen rufen linksgerichtete schwedische Organisationen zu einer Großdemonstration vor dem Tennisstadion in Malmö auf. Rund 10.000 Demonstranten erwarten die Aktivisten am zweiten Tag der Davis-Cup-Spiele.

Sogar Malmös sozialdemokratischer Bürgermeister Ilmar Reepalu unterstützt den Protest. "In dieser Situation sollte überhaupt kein Match gegen Israel gespielt werden", sagte er der Tageszeitung Sydsvenskan. Die Aggressionen im Gaza-Konflikt seien von Israel ausgegangen. Die Davis-Cup-Partie gegen israelische Tennisspieler bezeichnete Reepalu als "Provokation für die in Malmö lebenden Araber".

Proteste gegen Tennisspieler, Matches vor leeren Rängen – und die Tennisverbände können nichts dagegen tun, außer scharfe Kritik zu äußern. Der schwedische Tennisverband hatte noch versucht, Malmö als Austragungsort gegen Stockholm auszuwechseln. "Doch organisatorisch war das so kurzfristig nicht mehr möglich", sagt Nick Imison vom Tennisweltverband ITF. Sein Verband organisiert neben den Davis-Cup-Begegnungen auch die vier Grand Slams in Paris, New York, Melbourne und Wimbledon.

Dass nun schwedische Lokalpolitiker internationale Sportveranstaltungen wegen eines politischen Konflikts behindern, macht den Verband wütend. Besonders weil die Polizei in Malmö die Sicherheitslage nach eigenen Angaben im Griff hat. Die Beamten rechnen zwar mit Krawallen und wollen 1000 Polizisten einsetzen. Notwendig sei es aber nicht, die Zuschauer auszusperren. Die linke Mehrheit im Stadtrat sah das anders. Dies zementiert den Vorwurf, dass die Entscheidung ein politisches Statement ist.