"Ich kann aufrichtig sagen, dass es mir leid tut, solche Bemerkungen gemacht zu haben", zitierte die katholische Nachrichtenagentur Zenit Richard Williamson auf ihrer Website. Der umstrittene Bischof der Pius-Bruderschaft sagte demnach, er hätte seine Äußerungen nicht gemacht, wenn ihm vorher bewusst gewesen wäre, welch Leid und Schmerz er damit "besonders bei der Kirche, aber auch bei den Überlebenden und Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich" verursachte.

Es habe sich nur um die "Meinung eines Nicht-Historikers" gehandelt, die sich auf die Erkenntnisse von vor 20 Jahren gestützt habe, so Williamson. Er habe sich seine Meinung vor 20 Jahren gebildet, "basierend auf den damals verfügbaren Beweisen".

Der Zentralrat der Juden in Deutschland reagierte mit scharfer Kritik. Williamson ziehe "seine verlogenen Thesen zum Holocaust und dessen Leugnung" keineswegs zurück, kritisierte Vizepräsident Dieter Graumann im Gespräch mit Handelsblatt.com . "Als ob vor 20 Jahren die Existenz des Holocaust in Zweifel gestanden habe", empörte er sich. "Diese durch und durch verkorkste Erklärung von Williamson nimmt leider überhaupt nichts zurück, sie lässt vielmehr den Schluss zu, er halte die Holocaust-Leugnung, die er ja schon seit Jahrzehnten pathologisch auslebt, weiter aufrecht." Das Thema sei "keineswegs vom Tisch, sondern aktueller als je zuvor". Die Äußerung Williamsons wies Graumann als ein "Bedauern dritter Klasse" zurück.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer, bezeichnete Williamsons Erklärung als "in keiner Weise befriedigend". Selbst wenn der Geistliche seine Aussagen über den Holocaust eindeutig widerrufen hätte, müsste man sich fragen, wie ein erwachsener Mensch sich so leichtfertig in einer so fundamentalen Frage wie der Existenz von Gaskammern in Auschwitz äußern könne, sagte Meyer dem Berliner Tagesspiegel . Er fügte hinzu: "So jemand darf keine Verantwortung tragen."

Zenit zufolge wurde Williamsons Stellungnahme von der päpstlichen Kommission "Ecclesia Dei" veröffentlicht. Papst Johannes Paul II. hatte diese 1988 ins Leben gerufen, um ultra-traditionalistische Katholiken wie Williamson zu versöhnen.

Williamson hatte in einem schwedischen Fernseh-Interview behauptet, dass in Nazi-Lagern nicht sechs Millionen Juden umgebracht wurden, sondern maximal 300.000, allerdings nicht in Gaskammern. Diese Äußerungen hatten weltweit Empörung ausgelöst und auch zu massiver Kritik an Papst Benedikt XVI. geführt. Dieser hatte im Januar die Exkommunikation von mehreren Pius-Bischöfen aufgehoben, darunter Williamson. Einer Aufforderung des Papstes, seine Aussagen zu widerrufen, widersetzte sich Williamson.