Bei dem Toten, der unter dem Trümmerberg in Köln gefunden wurde, handelt es sich um den 17 Jahre alten Bäckerlehrling Kevin K. Das teilte der Kölner Kriminaldirektor Tobias Clauer nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung mit. Seine Leiche war am frühen Sonntagmorgen gefunden worden. Nach dem zweiten Vermissten wurde weitergesucht.

Kevin hatte ebenso wie der Design-Student Khalil G. (23) in einer Dachgeschosswohnung eines Hauses neben dem Stadtarchiv gelebt. Beide Männer galten seit dem Einsturz als vermisst.

Rettungskräfte hatten die Leiche nach Polizeiangaben gegen 2 Uhr in den Trümmern entdeckt. Einer der eingesetzten Spürhunde hatte an der Stelle angeschlagen. Die Leiche sollte nach der Bergung zur Rechtsmedizin Köln gebracht worden, wo unmittelbar die Obduktion erfolgen sollte.

An der unmittelbaren Personensuche, die die zweite Nacht hindurch fortgesetzt wurde, hatten sich nach Angaben eines Feuerwehrsprechers etwa 20 Einsatzkräfte mit Spürhunden beteiligt. Auch ein Greifbagger war im Einsatz, um Trümmer abzuräumen. Bis zum Abend waren etwa 80 Lkw-Ladungen von jeweils 15 Tonnen abtransportiert.

Weitere 30 bis 40 Kräfte waren den Angaben zufolge die Nacht über mit der Sammlung verschütteter Bestände des Stadtarchivs beschäftigt. Um die Archivalien vor Regen zu schützen, musste eine beschädigte Plane erneuert und eine weitere über die Unglücksstelle gelegt werden.

Das Stadtarchiv war am Dienstag eingestürzt und hatte zwei benachbarte Gebäude, in denen sich die beiden Vermissten vermutlich befunden haben, mitgerissen. Die Unglücksursache steht noch nicht genau fest.

Es wird nicht ausgeschlossen, dass eindringendes Grundwasser den Einsturz des Stadtarchivs mitverursacht hat. Auch über einen Zusammenhang zwischen dem Einsturz und dem U-Bahnbau in Köln wird spekuliert. Der Vorstandssprecher der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), Jürgen Fenske, wollte sich am Samstag unter Hinweis auf staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nicht zu Berichten äußern, wonach Gutachter schon vor fünf Jahren auf Mängel beim Bau der Kölner U-Bahn hingewiesen hätten. (feh/dpa/ddp)