Die Rheinische Post berichtet unter Berufung auf Aufsichtsratskreise, Opel wolle das Werk in Bochum nicht schließen. Dafür sollten die Produktionsstätten im thüringischen Eisenach und im schwedischen Trollhättan verkauft werden, das Werk in Antwerpen (Belgien) auf Druck der Opel-Mutter General Motors vermutlich geschlossen werden, hieß es. Eisenach ist das modernste Werk von Opel und könnte daher am ehesten für einen Konkurrenten interessant sein.

Opel kämpft derzeit mit einer Überkapazität von 30 Prozent. Dies entspreche etwa drei Werken, sagte GM-Europachef Carl-Peter Forster vor einigen Tagen. Daher war verstärkt auch über eine mögliche Schließung des Bochumer Werks spekuliert worden. Europaweit hängen an Opel nach Angaben des Unternehmens 50.000 Arbeitsplätze.

Nach Informationen der Automobilwoche plant der amerikanische Mutterkonzern General Motors die Zukunft bereits ohne Opel. Das Internationale Technische Entwicklungszentrum (ITEZ) des Konzerns in Rüsselsheim habe nach der Neuentwicklung des künftigen Meriva und des neuen Zafira keinen weiteren Großauftrag mehr, schreibt die Fachzeitung unter Berufung auf einen Manager.

Demnach könne der übernächste Astra statt in Rüsselsheim bei der GM-Tochter Chevrolet/Daewoo in Südkorea entwickelt werden. Opel-Chef Hans Demant wolle nun Aufträge von Entwicklungsdienstleistern zurück nach Rüsselsheim holen. Unterdessen schwinde auch bei den Händlern das Vertrauen in eine Opel-Rettung. Nach Informationen der Zeitung sucht der größte Opel-Händler AVAG einen neuen Partner und ist bereits in Gesprächen mit Ford.

Auch die Politik gibt Opel-Mitarbeitern derzeit wenig Grund zur Hoffnung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht noch keine ausreichende Grundlage für staatliche Hilfe an den Autobauer Opel, bekräftigt aber den Willen zur Suche nach einer Lösung. "Wir werden helfen, wenn der Nutzen für alle Menschen größer ist als der Schaden. An diesem Punkt sind wir leider noch nicht", sagte Merkel in ihrer Videobotschaft vom Samstag. "Das Konzept muss noch nachgebessert und geklärt werden." Die Regierung sei es aber den Mitarbeitern und Angehörigen von Opel schuldig, "dass wir alles daran setzen zu sehen, ob wir eine solche Lösung finden". Bei Opel arbeiten in Deutschland mehr als 25.000 Menschen.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Dagmar Wöhrl (CSU), sieht für den angeschlagenen Auto-Konzern kaum noch Rettungschancen. Das Unternehmen könne die Insolvenz nur noch vermeiden, wenn Opel schnell "eine Perspektive zum Besseren aufzeigt", sagte Wöhrl dem Nachrichtenmagazin Focus. Ob Steuergelder in so beträchtlichem Maß wie von Opel verlangt an ein Unternehmen fließen sollten, das bereits Werksschließungen und die Entlassung tausender Mitarbeiter angekündigt hat, sei "höchst fragwürdig und unwahrscheinlich". Gleichzeitig machte Wöhrl deutlich, dass sie keine Möglichkeiten sieht, Opel aus dem US-Konzern General Motors (GM) herauszulösen und als eigenständiges deutsches Unternehmen weiterzuführen.