Ein Zukunftskonzept für den schwer angeschlagenen Autozulieferer Schaeffler wird nach Darstellung der Eigentümer noch einige Wochen auf sich warten lassen. In einem Brief an die Mitarbeiter erklärten Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg Schaeffler, momentan stimmten sie sich mit den Banken über ein gemeinsames Konzept ab, "welches die wesentliche Voraussetzung für die weiteren Gespräche mit den staatlichen Stellen ist". Die Eigentümer bekräftigten zugleich, auch weiterhin ein "wesentlicher Ankeraktionär" des Unternehmens bleiben zu wollen.

Die Gewerkschaften schlagen unterdessen vor, dass die Familie künftig weniger als 25 Prozent an Schaeffler halten soll. Maximal 50 Prozent sollten den Banken gehören, der Rest über eine Stiftung den Arbeitnehmern und dem Staat. Dafür plädierten der Bevollmächtigte der IG Metall Schweinfurt, Klaus Ernst, und der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes für Main-Rhön, Frank Firsching, am Mittwoch in Schweinfurt.

Schaeffler hatte sich mit der Übernahme von Continental übernommen und steht mit mehr als zehn Milliarden Euro in der Kreide. Derzeit bittet der Autozulieferer um staatliche Hilfen. Die Gewerkschaften wollen durch ihren Vorschlag die Personengesellschaft vor der Insolvenz bewahren und so die Standorte und die weltweit etwa 220.000 Arbeitsplätze, die der Wälzlager-Riese Schaeffler und der Autozulieferer Conti zusammen haben, retten.

Continental hat angekündigt, auf massive Einbrüche im Reifengeschäft durch die Schließung von zwei Werken zu reagieren. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, die Lkw-Reifenproduktion im Stammwerk Hannover werde zum Jahresende eingestellt. Betroffen sind rund 780 Beschäftigte. Im französischen Werk Clairoix will Conti die Herstellung von Pkw-Reifen einstellen, allerdings nicht vor Ende März 2010. Dort sind 1120 Mitarbeiter betroffen. Außerdem wird die Reifenproduktion etwa in der Slowakei stark eingeschränkt. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) kritisierte die angekündigte Werkschließung in Hannover-Stöcken als konzeptlos und "in jeder Hinsicht verfehlt" und forderte eine Sondersitzung des Conti-Aufsichtsrates.