Viele Jugendliche in Deutschland sollen künftig blass aussehen: Nach jahrelanger Debatte will die Bundesregierung heute einen Gesetzentwurf verabschieden, der es Minderjährigen in Zukunft verbieten soll, ins Sonnenstudio zu gehen. Besonders für junge Haut ist die künstliche Strahlung gefährlich und erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. 

Künftig sollen Betreiber von Sonnenstudios, die dennoch Kinder und Jugendliche unter die Sonnenbank lassen, tief in die Tasche greifen. Das neue Gesetz sieht Bußgelder bis zu 50.000 Euro vor.

Das Bundesumweltministerium reagiert damit auf die offenbar wachsende Beliebtheit unter Jugendlichen für die gefährliche Bräune. Mindestens zehn Prozent der Minderjährigen sind nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft, Dermatologische Prävention, betroffen. Schon 13-Jährige Mädchen und Jungen fänden es schick, braun zu sein. Der Mythos von der "gesunden" Solariumsbräune hält sich hartnäckig. Wie viele Jugendliche sich künstlich bräunen, ist aber nicht bekannt.

Es ist ein fataler Irrglaube, dass die Strahlen im Solarium weniger schädlich seien als die natürliche Sonne. Die künstliche Strahlung erreicht sogar tiefere Hautschichten, sodass sie ungehindert Zellen zerstören kann. Moderne Sonnenbänke filtern zwar die besonders schädliche UV-B-Strahlung heraus, aber auch UV-A-Licht kann Hautkrebs verursachen. Die wird in Sonnenstudios in extrem hohen Dosen eingesetzt, weil sie die Haut nicht so schnell verbrennt wie die UV-B-Strahlung. Allerdings hält es der Mensch so länger auf der Sonnenbank aus und schädigt seiner Haut umso mehr.

Die Belastungen seien mitentscheidend für Hautkrebserkrankungen im Erwachsenenalter, heißt es in der Gesetzesbegründung. Dennoch "gehört für viele Jugendliche der regelmäßige Gang ins Sonnenstudio bereits zum Alltag", zitierte die Braunschweiger Zeitung den Entwurf.