Erika Steinbach will sich die Option offen halten, doch noch einen Sitz im Stiftungsrat des Zentrums gegen Vertreibungen zu besetzen. Dies sagte die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) gegenüber Spiegel Online . Steinbach hatte am Mittwoch ihren Rückzug erklärt. Wie lange die für sie vorgesehene Position frei bleiben soll, darauf wollte sie sich nicht festlegen: "Drei Wochen, drei Monate, drei Jahre - je nachdem. Das ist ein wunderbares Damoklesschwert", sagte sie.

Die Besetzung dieser Position mit einer anderen Person als Vertreter der Vertriebenen sei im BdV nicht durchsetzbar gewesen. Der Stuhl bleibe deshalb demonstrativ frei.

Über die polnischen Angriffe auf ihre Person zeigte sich Steinbach tief verletzt. "Ich streue Zucker auf das Brot, und dann sagen sie: Das ist aber Salz." Die Polen müssten sich beruhigen, sie selbst könne dazu nichts mehr beitragen. "In Polen werde ich verzerrt, deformiert, beleidigt. Mein guter Wille ist immer noch da. Aber wenn wir die Hände zur Versöhnung ausstrecken, wird mit Dreschflegeln auf uns eingeschlagen."

Das Ziel des Zentrums gegen Vertreibungen sei nicht das Umdeuten, sondern das Aufblättern der Geschichte. Genau das befürchte man aber in Polen. Gleichzeitig zeigte Steinbach "Verständnis für die Emotionen der Polen". Es werde in den postkommunistischen Ländern noch 20 Jahre dauern, bis sie mit sich selbst im Reinen seien. "Bei uns Deutschen hat es doch auch so lange gedauert."