Viel ist es noch nicht, was man über den Amokläufer von Winnenden weiß. Den ganzen Tag über verbreiteten Medien am Mittwoch diverse Informationen, einige darunter sind widersprüchlich. So berichteten mehrere Nachrichten-Websites am Morgen des Tattages, dass es sich bei dem Attentäter um einen 25-jährigen Gärtner handele. Tatsächlich war Tim K. 17 Jahre alt. Bis zum vergangenen Sommer besuchte er die Schule, die er am Mittwoch schwer bewaffnet gestürmt hatte .

Das Motiv des Täters sei unklar, sagte Landespolizeipräsident Erwin Hetger am Mittwochabend: "Die Tat ist für uns noch nicht zu erklären." Sie sei "kaum vorauszuahnen" gewesen, da Tim K. nichts angekündigt habe.

Ein etwas konkreteres Bild des Jugendlichen erhält, wer sich in dessen Umfeld erkundigt. Tim K. war demnach als Kind beliebt und sportlich begabt. "Hier ist er als netter und guter Tischtennisspieler in Erinnerung", sagte die Vorsitzende des TSV Leutenbach, Eva Sebele, dem Tagesspiegel . Es sei "völlig unverständlich, dass der morgens aus dem Haus geht und Leute erschießt". Tim hatte Erfolge. In der Bezirksrangliste des Jahres 2001 stand er in der Kategorie Schüler B 2 auf Platz 1. Später wechselte er zum TTV Erdmannshausen. 2004 gewann er die Bezirksmeisterschaften der Unter-14-Jährigen.

Die Familie K. wohnt in Weiler zu Stein, einem Ortsteil Leutenbachs, dem Nachbarort von Winnenden. Tims Vater sei Sportschütze und ein wohlhabender Unternehmer, berichtete Bild.de. Die Polizei teilt später mit, dass es bei Tim K. keine "Zukunftsängste" gegeben haben dürfte. Vermutlich waren damit solide finanzielle Verhältnisse der Familie gemeint. Sein Tischtennis-Trainer sagte zu RTL, er hätte eine solche Tat nie für möglich gehalten, weil Tim so "behütet" gewesen sei.

Laut Polizei hat Tim K. 2007 regulär die Realschule abgeschlossen. Ein Mitschüler beschrieb ihn als frustriert, berichtete SPIEGEL ONLINE . Die Polizei charakterisiert ihn auf der Grundlage von Zeugenaussagen als "halbstark", gleichzeitig aber auch als "zurückhaltend". Andere Ortsbewohner sagten, er sei ein "Angeber-Typ" gewesen, eine Mitschülerin sagte zu Sueddeutsche.de , sie habe ihn als unnahbar erlebt.