Im Zentrum der Diskussion über die politischen Konsequenzen aus dem Gewaltverbrechen: der Einsatz von mehr Schulpsychologen, die Schulkultur in Deutschland und eine weitere Verschärfung des Waffenrechts . Letzteres halten etliche Politiker für nicht erforderlich.

Das Waffenrecht sieht bisher vor, dass Sportschützen in Deutschland ab 21 Jahren großkalibrige Gewehre und Pistolen besitzen dürfen. Unter 25-Jährige müssen zudem ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorlegen, um eine Waffenbesitzkarte zu erhalten. Lagern Jäger und Sportschützen ihre Waffen zu Hause, müssen sie Vorschriften zur Wanddicke, Schloss und Härtegrad der Waffenschränke einhalten. Der Tresor muss mindestens 200 Kilogramm wiegen oder fest am Boden verschraubt sein.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, bezeichnete das Waffenrecht in Deutschland als "so streng wie nie zuvor". Dabei liege es in der Verantwortung eines jeden privaten Waffenbesitzers, die Waffen vorschriftsmäßig wegzuschließen. "Unser Waffengesetz ist jetzt schon so was von dicht", ergänzt Wolfgang Dicke, der GdP-Waffenexperte. Der Ruf nach erneuten Verschärfungen sei "Ausdruck purer Hilflosigkeit". Der Amoklauf in Winnenden zeige: Die "Schwachstelle des Waffengesetzes" sei der Mensch selbst, etwa wenn Waffenbesitzer ihre Waffen frei zugänglich aufbewahren.