Immer wieder gibt es Vorschläge, dass Hobbyschützer und Jäger ihre Waffen nicht zu Hause, sondern an einem zentralen Ort, etwa im Schützenhaus, lagern müssen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hält so wie viele Experten von derartigen Maßnahmen aber nichts. "Wenn dort eingebrochen wird, dann kann man doch für nichts mehr garantieren".

Auch der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), erklärte: "Wir sind beim Waffenrecht auf der Höhe der Zeit". Er könne sich aber vorstellen, Metalldetektoren einzusetzen "in den Schulen, in denen bereits festgestellt wurde, dass Waffen im Umlauf sind". Seine Parteikollegin, die bayerische Innenexpertin Helga Schmitt-Bussinger, will dagegen die "Aufbewahrung und Ausgabe von Waffen neu überdenken". Bodo Ramelow, der Fraktionsvize der Linkspartei im Bundestag, fordert unterdessen ein zentrales elektronisches Waffenregister. Nur so könne man den Zugang zu Schusswaffen erschweren.

CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach warnte vor einer einseitigen und voreiligen politischen Diskussion: "Wir müssen zuerst den Sachverhalt vollständig aufklären. Das heißt, sind die Waffen vorschriftsgemäß aufbewahrt worden? Sind Waffen und Patronen getrennt gelagert worden? Wenn nein, wäre das ein klarer Gesetzesverstoß". Für ihn sei genauso wichtig wie "ein strenges Gesetz" aber "die Themen schulpsychologische Arbeit und Gewaltprävention".

Der Deutsche Lehrerverband setzt ebenfalls auf solche Ansätze und fordert mehr psychologisches Personal an Schulen. Außerdem seien die Ausbildung von Streitschlichtern unter den Schülern sowie Deeskalationstrainings geeignete Maßnahmen, sagte der Verbandsvorsitzende Josef Kraus. Der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, bezweifelte allerdings den Nutzen von mehr Schulpsychologen. Sie seien für gefährdete Schüler Fremde, denen diese sich kaum öffnen würden. Wichtiger sei es daher, die Rolle des Lehrers zu stärken.

Auch die Debatte um sogenannte "Killer-Spiele" flammt wieder auf. Der Kriminologie-Professor Hans-Dieter Schwind verlangte ein generelles Verbot von Computer-Gewaltspielen. "Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counter Strike oder Crysis lernen können." Medieneinflüsse seien zwar keine vorrangigen Einflussfaktoren, sie begünstigten aber solche Gewalttaten.