Die beiden Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae brauchen frisches Geld aus Washington: Insgesamt soll die Regierung von Präsident Barack Obama mithilfe des Rettungspakets 46 Milliarden Dollar an Zuschüssen gewähren. Die Institut begründen den Bedarf mit ihren enormen Verlusten im vierten Quartal 2008.

Dabei benötigt Freddie weitere 30,8 Milliarden Dollar (24 Mrd. Euro) und das Schwesterunternehmen Fannie 15,2 Milliarden Dollar an Staatshilfen. Für Freddie Mac ist es nicht die erste Kapitalspritze. Bereits im November hatte Freddie Mac vom Staat 13,8 Milliarden Dollar erhalten, um einen 25,3-Milliarden-Dollar-Verlust im dritten Quartal auszugleichen.

Beide Banken stehen hinter etwa jedem zweiten Immobilienkredit in den USA und werden seit Herbst von der US-Regierung kontrolliert. David Moffett, der bisherige Chef von Freddie Mac, hat aufgrund dieser Konstellation nach nur sechs Monaten das Handtuch geschmissen. Vertraute des 57-Jährigen berichteten, er sei frustriert über mangelnden Freiraum in seinem Job gewesen und wolle nun wieder in die Finanzdienstleistungs-Branche zurückkehren. 

Die dramatische Schieflage der beiden Hypothekengiganten zeigt das ganze Ausmaß der Häuserkrise in den Vereinigten Staaten. Sie war der Auslöser der Turbulenzen an den Finanzmärkten und der inzwischen weltweiten Wirtschaftskrise. Um den völligen Kollaps des Hypothekenmarkts zu verhindern, hatte der Staat im vergangenen September das Steuer bei den zwei Instituten übernommen.

Diese schlechten Nachrichten der Branche drückten die europäischen Bankenwerte ins Minus. Der europäische Stoxx-Branchenindex büßte 2,6 Prozent ein. Anleger fragten sich, inwieweit auch die europäischen Institute weitere Überlebenshilfen brauchten. "Da wollen die Leute lieber mal Geld einkassieren", sagte ein Börsianer.