Werder Bremen–AS St. Etienne 1:0

Trotz bester Chancen fährt Werder Bremen nur mit einem dünnen Polster zum Rückspiel nach St. Etienne. Werder musste sich im Achtelfinal-Hinspiel mit einem mageren 1:0 (1:0) begnügen und litt dabei wieder einmal an seiner erschreckenden Chancenverwertung. Nach dem Treffer von Naldo in der 20. Minute vergaben die Bremer reihenweise beste Möglichkeiten.

In einer schwachen zweiten Halbzeit konnten sich die Hanseaten vor 30.116 Zuschauern im Weserstadion bei ihrem Torhüter Tim Wiese bedanken, dass sie mit einem Vorsprung nach Frankreich reisen können. Beide Mannschaften spielten mit Trauerflor in Gedenken an die Toten des Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen. Die Partie begann nach einer Schweigeminute.

Angetrieben vom quirligen Diego bestimmte Werder wie zu besten Zeiten Spiel und Tempo – nur die Tore fehlten. Vor allem Almeida hatte kein Glück, und auch Frings klebte bei einem Schuss aus halbrechter Position das Pech am Stiefel. Mustapha Bayal Sall klärte auf der Linie und Keeper Jeremie Janot konnte Diegos Nachschuss über die Latte lenken. Im Gegenzug musste Tim Wiese zehn Meter vor seinem Strafraum per Kopf klären. Die einzige Chance der Franzosen durch einen um die Mauer gezirkelten Freistoß von Paulo Machado holte Wiese in der 40. Minute aus der linken unteren Ecke.

Aus der Kabine kam Saint Etienne mit dem sichtbaren Willen, gegen die nachlässig agierenden Bremer mehr für die Offensive zu tun. Doch die Werder-Abwehr stand ordentlich – und Wiese hielt fehlerlos. Im Spielaufbau aber fehlte die Präzision, sodass auch Claudio Pizarro nicht wie gewohnt glänzen konnte. Der Peruaner konnte nicht nachweisen, dass ihm die Affäre um seinen Geschäftspartner Carlos Delgado, in die auch Werder-Chef Jürgen Born involviert sein soll, nicht doch die nötige Konzentration raubt.

In der starken Phase der Franzosen konnte sich Werder auf Wiese verlassen, der sich mutig in die Schüsse warf und Werder so vor dem Ausgleich bewahrte. Auf der anderen Seite gingen die Bremer wie in der Bundesliga fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um, obwohl sie bis zum Schluss nicht nachließen, den Vorsprung zu erhöhen. Doch auch die Hereinnahme von Markus Rosenberg (59. für Almeida) brachte nichts, zumal auch Diego merklich nachließ.