Eine Woche nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs sind die Rettungskräfte in Köln in neun Metern Tiefe auf eine zweite Leiche gestoßen. Wie sich am Freitag herausstellte, ist der Tote der vermisste Khalil G.. 

Bislang wurden nach Angaben der Feuerwehr rund 3000 Tonnen Schutt in mehr als 230 Lastwagen abtransportiert. Der Nachbar von Khalil G., ein 17-jähriger Bäckerlehrling, war bereits am Wochenende tot in den Trümmern geborgen worden.

Bauarbeiten in einem Schacht der Nord-Süd-Stadtbahn gelten als Auslöser der Katastrophe, bei der am vergangenen Dienstag das Historische Stadtarchiv und zwei Wohngebäude eingestürzt waren. Die Trümmer begruben teils unwiederbringliche Dokumente und Akten aus Nachlässen Heinrich Bölls, Konrad Adenauers und anderer geschichtlich bedeutsamer Personen. Die Rekonstruktion der beschädigten Archivalien wird nach Schätzung der Archivleitung 20 bis 30 Jahre dauern.