Die Frau, die als "Emmely" bundesweit bekannt geworden ist, reichte am Mittwoch Verfassungsbeschwerde ein, wie ihr Anwalt Benedikt Hopmann mitteilte. Der 50-Jährigen war nach 31 Jahren im Beruf gekündigt worden.

Das Berliner Landesarbeitsgericht hatte dies Ende Februar für rechtens erklärt und eine Revision beim Bundesarbeitsgericht nicht zugelassen. In einer Beschwerde beim Bundesarbeitsgericht in Erfurt will die Frau nun zunächst erreichen, dass in ihrem Fall eine Revision zugelassen wird.

Das Urteil hatte bundesweit Empörung bei Gewerkschaften und Sozialpolitikern ausgelöst . Frühere DDR-Bürgerrechtler sprachen von Klassenjustiz . Die Kassiererin berichtete am Mittwoch, sie erhalte nach wie vor zahlreiche Solidaritätsbekundungen aus ganz Deutschland.

Nach den Worten Hopmanns würde die Verfassungsbeschwerde erst dann erforderlich, wenn auch das Bundesarbeitsgericht keine Revision zulassen sollte. Um die vorgeschriebene Monatsfrist nach dem letzten Urteil zu wahren, sei aber schon jetzt Karlsruhe angerufen worden.

Hopmann sieht die Kassiererin in ihren Grundrechten verletzt, weil das Landesarbeitsgericht Berlin Fakten wie die Länge ihrer Betriebszugehörigkeit, Alter und Schaden für den Arbeitgeber nicht vertretbar abgewogen habe.