Hans-Peter Thomas’ private Energierevolution dauerte genau zwei Stunden. Zwei Männer von Yello, der Stromtochter von EnBW, machten sich vor einem Jahr an seinem Stromzähler zu schaffen und  tauschten den schwarzen Kasten mit Drehscheibe gegen einen modernen, digitalen Zähler aus. "Jetzt habe ich totale Transparenz. Ich sehe genau, welche Geräte wann wie viel Strom verbrauchen", schwärmt der Pensionär aus Wuppertal.

Die Zeit der Abschlagszahlungen und Jahresabrechnungen ist vorbei. Jeden Monat erhält Thomas, der knapp 80 Euro in den Zähler investierte, eine ausführliche Auflistung seines tatsächlichen Stromverbrauchs. Den Tiefkühlschrank hat er bereits als Stromfresser identifiziert.

Geht es nach der Bundesregierung, werden solche intelligenten Stromzähler, auch "smart meters" genannt, ab kommenden Jahr verpflichtend. Für jahrzehntealte Messgeräte in Deutschlands Kellern und überkommene Abrechnungsmodelle würde dies das Ende bedeuten. Doch die Idee, aus Verbrauchern wirkliche Stromsparfüchse zu machen, scheitert noch an lukrativen Spartarifen.

Dabei sei der Ansatz genau der richtige, sagt Holger Krawinkel, Energieexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen: "Die neuen Zähler sorgen endlich für mehr Transparenz im Haushalt." Während früher der mechanische Zähler unbeobachtet vor sich hin lief, können Stromkunden jetzt den Wäschetrockner ausknipsen und genau verfolgen, wie ihr Stromverbrauch sinkt. Den Kunden von Yello, einem der führenden Anbieter der neuen Zähler, stellt die digitale Wunderschachtel die Daten über das hausinterne Stromnetz auf dem Computer oder dem iPhone zur Verfügung.

Bislang steckt die Technologie in Deutschland in den Kinderschuhen. Die vier großen Energieversorger starten seit einigen Monaten Pilotprojekte, EnBW und Tochter Yello gelten als Vorreiter. Tausende Geräte habe das Unternehmen bereits installiert, sagen Sprecher – genauer will man nicht werden.

Dass die Zählerkästen in den Fokus der Aufmerksamkeit gerieten, verdanken Stromkunden in erster Linie einem Wortungetüm, dem "Gesetz zur Öffnung des Messwesens bei Strom und Gas für Wettbewerb" vom vergangenen Herbst. Es erlaubt nun auch anderen Anbietern als den Netzbetreibern das Strommessen. Das Energieeffizienzgesetz, über das die Große Koalition schon seit Wochen streitet, soll den Einbau solcher Zähler ab 2010 verpflichtend machen.