Bout dementierte, Osama bin Laden direkt beliefert zu haben – dass er Waffen nach Afghanistan verkaufte, bestritt er hingegen nicht. Schuld an Völkermord und Terror sei nicht der Händler, erklärte Bout gerne. "Beim Töten geht es nicht um Waffen, es geht um die Menschen, die sie benutzen." Er selber bestreitet aber, illegale Geschäfte betrieben zu haben. Er sieht sich als Opfer einer amerikanischen Verleumdungs-Kampagne. Als er noch in Freiheit lebte, da störte ihn sein zweifelhafter Ruhm nicht. Diente sein Leben doch als Vorlage für den Film "Lord of War". Nicolas Cage spielt darin einen smarten und skrupellosen Waffenhändler.

Die UN setzten den russischen Waffenhändler auf eine schwarze Liste. In dem UN-Dokument S/2000/1195 aus dem Jahr 2000 steht: "Victor Bout ist ein Lieferant von Embargowaren an nichtstaatliche Empfänger in Angola, der Demokratischen Republik Kongo und in sonstigen Ländern." Das Anprangern seiner Geschäfte durch die Vereinten Nationen schadeten Bout jedoch kaum.

Bout war seinen Verfolgern stets die sprichwörtliche Nasenlänge voraus. Er verlegte häufig seinen Firmensitz und nutzte unterschiedliche Flughäfen als Basis für seine Flotte. Sein internationales Imperium baute er zunächst von Südafrika aus auf. Später zog er ins benachbarte Swasiland um. Dann ließ er seine Flugzeuge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten am Golf starten. Nach Russland kehrte er nur zurück, wenn er dringend untertauchen musste.

Viele seiner Geschäftspartner sitzen längst im Gefängnis. Der ehemalige Machthaber Liberias, Charles Taylor, muss sich in Den Haag vor einem internationalen Kriegsverbrechertribunal verantworten. Die Ankläger des "Special Court for Sierra Leone" werfen ihm die Ausrüstung von Terroristen und den Handel mit Blutdiamanten vor. An beiden Verbrechen war Bout nach Angaben internationaler Fahnder beteiligt. Dafür und für viele weitere Taten wird Victor Bout sich in wenigen Monaten verantworten müssen.