Eigentlich sollte das Zentralabitur alles vergleichbarer und gerechter machen. Doch wehe, es geht etwas schief, dann trifft es eben auch alle gleich. Wie in dem Fall der hessischen Schüler, die am Freitag zentral ihre Abi-Klausuren in Mathe schreiben sollten. Am Morgen entdeckten die Fachlehrer gleich drei Fehler und zwei Unklarheiten in den Aufgaben - sowohl in den Aufgaben für die Grund- wie auch für die Leistungskurse. Unter anderem war in einer Integralrechnung ein Plus- mit einem Minuszeichen vertauscht worden. Eine eilig verschickte Korrekturmail erreichte jedoch nciht mehr alle Schulen rechtzeitig.

Heute ist nun klar, dass die Abiturklausur am 30. April wiederholt werden kann. Hessens Kulturministerin Dorothea Henzler (FDP) entschuldigte sich ausdrücklich bei den betroffenen Schülern. Sie können nun selbst entscheiden, ob sie die Klausur wiederholen möchten. Wer an der Matheprüfung Ende April teilnehme, darf sich dann für die besser benotete Arbeit entscheiden. Grundsätzlich seien die Aufgaben trotz der Fehler lösbar gewesen, hieß es.

Im Online-Netzwerk SchülerVZ beschrieben hessische Abiturienten, wie viel Zeit sie durch die Fehler verloren hätten. Immer wieder seien ihre Lehrer mit neuen Informationen über die Korrekturen zu ihnen gekommen. Einer schrieb, dass er nach 20 Minuten neu mit einer Aufgabe anfangen musste, weil ihm erst dann ein Fehler auffiel.

Die Aufgaben stammten von einem Fachlehrer-Gremium und werden üblicherweise von einer Kontrollgruppe überprüft. Nun steht zwar nicht gleich das Zentralabitur, wohl aber das Verfahren auf dem Prüfstand, wie die Aufgaben zustande kommen. Die Grünen haben zu der Panne bereits eine Aktuelle Stunde im hessischen Landtag beantragt.