Für Pakistan hingegen gibt es nur dieses sehr allgemeine Ziel: die Rückzugsgebiete der Taliban und der Al-Qaida-Terroristen in den Stammesgebieten entlang der Grenze "auszutrocknen". Obama skizzierte in seiner Rede zwar, wie er das erreichen will, nämlich – ähnlich wie in Afghanistan – durch mehr Militär und mehr Aufbauhilfe. Bomben auf der einen, Schulen und Straßen auf der anderen Seite sollen das Problem lösen.

Aber was geschieht, wenn die Pakistaner ihre Arbeit nicht machen, um in der Diktion des Präsidenten zu bleiben? Wird er dann auch Truppen nach Pakistan senden? Die USA beschießen das Land ja schon fast täglich mit Raketen. Und ab wann, bitte schön, hat Pakistan seine Aufgaben denn erfüllt? Wenn auch der letzte Taliban erschossen ist? Es gibt keine Antworten auf diese Fragen.

Obama geht ein großes Risiko ein, indem er den Krieg nach Pakistan ausweitet. Pakistan ist ein souveräner Staat mit 170 Millionen Einwohnern, er besitzt Kernwaffen und eine mächtige Armee. Das Land ist äußerst fragil. Noch mehr Krieg wird es mit Sicherheit nicht stabilisieren. Im Gegenteil.