Wieder 500 Euro mehr für die Vereinskasse. Wolfgang Walter, Präsident der Paderborn Baskets, schüttelt zwei Schülerinnen beim Bundesligaspiel gegen Alba Berlin die Hände. Er bedankt sich für den Scheck. Der Präsident des Erstligisten hat solche Termine fast täglich. Dem Liga-Achten droht das finanzielle Aus. Ein Loch von 240.000 Euro klafft im 1,28 Millionen-Etat. Kleinstspenden sind nur ein Anfang. Oder wie Walter es nennt: das "Prinzip Eichhörnchen".

Sinkende Zuschauerzahlen und knauserige Sponsoren sind die Gründe für die finanzielle Misere der Baskets. Der Zuschauerschnitt sank in dieser Saison um fast zehn Prozent, wegen der Finanzkrise sparen die Sponsoren. Sportlich haben die Baskets den Kampf angenommen: Acht der vergangenen elf Spiele haben sie gewonnen, die Playoffs sind zum ersten Mal möglich. Allerdings weiß kein Baskets-Funktionär, wie lange das Geld reicht. Walter spricht von einem "zähen Kampf". "Uns läuft die Zeit weg". Für Mitte April kündigt er einen Kassensturz an. "Das wird die Stunde der Wahrheit."

Die Paderborn Baskets sind in der Basketball-Bundesliga (BBL) kein Einzelfall. Wer auf die Homepage der Giants Nördlingen geht, den begrüßt ein 50-Euro-Schein und die Weiterleitung zu einem Spendenformular. In der Kasse der Nördlinger fehlen rund 80.000 Euro. Ähnlich erging es Gießen im vergangenen Herbst. Der Verein konnte die Insolvenz erst im letzten Moment abwenden.

"Keiner weiß, wohin die Reise geht", sagt BBL-Mediendirektor Dirk Kaiser zur aktuellen Finanzkrise. Sehr knapp kalkulierte Etats für die aktuelle Saison und fehlende Sponsoring-Einnahmen sind laut Kaiser die Gründe für die Finanzprobleme der Vereine. Für die kommende Saison fordert er die Vereine auf, "sehr konservativ zu planen" und möglicherweise bei den Spielergehältern zu sparen.

Das ist nach den Analysen der Beratungsagentur Sport+Markt auch nötig. Für die kommende Saison könnten Mindereinnahmen von fünf bis zehn Millionen Euro auf die Bundesligavereine zukommen. Vieles sei zwar jetzt noch "Kaffeesatzleserei", sagt Marcel Cordes, Vorstand von Sport+Markt. "Die Dynamik der Wirtschaftskrise ist zu unberechenbar."