Frage: Herr Gomez, Sie haben vor kurzem ein Hotel und Restaurant übernommen. Wie muss man sich das vorstellen?

Gomez: Ganz easy. Ich habe eine möglichst krisenfreie Geldanlage gesucht. Wir haben ein denkmalgeschütztes Haus mitten in der Altstadt von Backnang gefunden. Das ist kernsaniert und zum Restaurant ungebaut worden, mit ein paar Gästezimmern darüber. Mit dem täglichen Betrieb habe ich nichts zu tun. Das Haus gehört mir zwar, aber das Restaurant ist vermietet.

Was wird da angeboten?

Gomez: Gut bürgerliche Küche, schwäbisch, deutsch, auch mal spanisch, wenn das jemand will.

Würden Sie sich als Schwabe aus Überzeugung bezeichnen?

Gomez: Ich werde oft gefragt, was an mir schwäbisch ist und was spanisch. Ich weiß es nicht. Ich bin so, wie ich bin.

Man hat das Gefühl, dass Sie beim VfB Stuttgart auch deshalb so erfolgreich sind, weil Sie sich wohl fühlen und eine gewisse Anerkennung genießen.

Gomez: Und das Gefühl haben Sie bei der Nationalmannschaft nicht? Das trügt. Ich fühle mich hier genauso wohl wie beim VfB. Vor einem Jahr hätten Sie mir diese Frage bestimmt nicht gestellt. Da hatte ich in neun Länderspielen sechs Tore gemacht.

Jetzt haben Sie schon seit zwölf Länderspielen nicht mehr getroffen.

Gomez: Stimmt, das sind die Fakten, die ich gar nicht wegdiskutieren will. Ich weiß, dass ich der allgemeinen Erwartung seit der Europameisterschaft nicht gerecht geworden bin, dass ich für viele der Chancentod bin und was weiß ich noch.

Spüren Sie solche Vorbehalte, wenn Sie für die Nationalmannschaft spielen?

Gomez: Ich merke, dass die Fans misstrauisch sind und denken: In der Nationalmannschaft bringt er’s einfach nicht. Aber ich kann diese Fans auch ganz schnell auf meine Seite ziehen, wenn ich wieder treffe. Ich bin ja selbst am meisten daran interessiert. Nur mache ich mich nicht verrückt. Das habe ich auch nach der EM nicht gemacht, als alle gesagt haben: Der braucht jetzt erst mal ein Jahr, bis er überhaupt wieder klar denken kann.

Haben Sie ein bisschen Angst vor Liechtenstein?

Gomez: Ich habe vor niemandem Angst.