Das maligne Melanom ist die bösartigste Form von Hautkrebs. Nur wenn er früh erkannt wird, ist eine Heilung möglich. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken allein in Deutschland jedes Jahr rund 14.000 Menschen am schwarzen Hautkrebs.

Diese Krebsart im frühen Stadium von einem harmlosen Muttermal zu unterscheiden, ist auch für erfahrene Hautärzte nicht einfach. Zur optischen Diagnose gibt es zwar die "ABCDE-Regel": Danach sind Leberflecken und Muttermale verdächtig, wenn sie asymmetrisch sind (A), eine unscharfe Begrenzung (B) haben, ihre Farbe (C für Englisch Color) ungleichmäßig verläuft, ihr Durchmesser (D) mehr als sechs Millimeter beträgt und sie erhaben (E) sind, also sich nach außen wölben. Die endgültige Diagnose ist aber erst im Labor möglich – nachdem der Hautarzt den dunklen Fleck herausoperiert hat.

Doch auch bei der Gewebeuntersuchung kommt es gelegentlich zu Fehldiagnosen. Wissenschaftler von der Universität Kalifornien in San Francisco haben jetzt eine neue Methode entwickelt, mit der sich der schwarze Hautkrebs im Labor sicherer von anderen Tumorformen und harmlosen Hautveränderungen unterscheiden lässt. Getestet haben sie das Verfahren an knapp 700 Leberflecken, die den Patienten nach einer optischen Beurteilung durch den Hautarzt entfernt worden waren.

Die Forscher betrachteten zunächst verschiedene Eiweiße, die bei Hautkrebs vermehrt im Gewebe produziert werden und als Biomarker dienen. Der Erfolg der Diagnose fiel unterschiedlich aus – je nachdem welche dieser Erkennungsmerkmale betrachtet wurden.

Am besten schnitt am Ende eine Kombination aus fünf Eiweißen mit Namen ARPC2, FN1, RGS1, SPP1 und WNT2 ab. Wurden die Leberfleck-Proben genau auf diese fünf Biomarker hin untersucht, lag die Trefferquote bei der Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Muttermalen bei mehr als 90 Prozent, berichten Mohammed Kashani-Sabet und seine Kollegen online vorab im Wissenschaftsmagazin PNAS.

Selbst außergewöhnliche Muttermale, die normalerweise sehr schwierig zu bestimmen sind, wurden auf diese Weise zu 95 Prozent richtig zugeordnet. Das gleiche galt für Leberflecken, bei denen sich die Ärzte zunächst geirrt hatten.

Nach Ansicht der Forscher mindert die neue Methode das Risiko von Fehldiagnosen. Vollkommen neutral sind sie bei der Einschätzung ihrer Ergebnisse allerdings nicht: Der Hauptautor der Studie und Forscher an der Universität Kalifornien Mohammed Kashani-Sabet besitzt Aktien des Unternehmens Melanoma Diagnostics, das von der Vermarktung solcher Verfahren profitiert. Ein Co-Autor, James R. Miller, ist Miteigentümer eines ähnlichen Unternehmens.

Dennoch ist die Verbesserung der Diagnostik von Hautkrebs ein wichtiges Forschungsfeld. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Menschen, die an schwarzem Hautkrebs erkrankt sind, deutlich gestiegen. Als Hauptrisikofaktor gelten häufige Sonnenbäder – auch im Solarium.