Darüber besteht weitgehend Einigkeit. Nicht einig ist man sich darüber, wer in welchem Ausmaß und mit welcher Geschwindigkeit zur Emissionsminderung beizutragen hat. Bisher gibt es noch nicht einmal einen Verhandlungstext für ein zukünftiges Klimaabkommen. Die Zeit wird knapp.

Die Klimaverhandlungen, auch die in Bonn, finden derzeit in zwei Arbeitsgruppen statt. In der ersten, der Ad hoc Working Group Kyoto Protocol (AWG-KP) sind sämtliche Staaten vertreten, die das Abkommen ratifiziert haben. Es sind 183, unter ihnen China, aber nicht die USA. In diesem Kreis wird darüber gestritten, zu welchen Emissionsminderungen sich in Zukunft die Industriestaaten verpflichten sollen, die schon jetzt laut Kyoto-Protokoll ihre Treibhausgasemissionen zu begrenzen haben. Der Uno-Klimarat hält bis 2020 eine Emissionsminderung um 25 bis 40 Prozent für notwendig, wenn die Erderwärmung auf ungefähr zwei Grad begrenzt bleiben soll.

In der zweiten Arbeitsgruppe sind nicht nur die Staaten vertreten, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, sondern darüber hinaus auch jene, die nur die Klimarahmenkonventionen ratifiziert haben. Hier sind die USA also mit von der Partie. Zur zweiten Arbeitsgruppe, der Ad hoc Working Group on Long-term Cooperative Action (AWG-LCA), gehören 192 Staaten.

Damit für die Zeit nach 2012 ein wirksames Klimaschutzabkommen zustande kommt, müssen sich die in der ersten Gruppe (AWG-KP) vertretenen Industriestaaten zu weitreichenden Emissionsminderungen bereit erklären. Darüber hinaus müssen aber auch die in der zweiten Gruppe (AWG-LCA) vertretenen Großemittenten, vor allem die USA und China, zu wirkungsvollem Kimaschutz bereit sein.

US-Präsident Barack Obama hat schon erklärt, die Emissionen der USA bis 2020 auf das Niveau von 1990 zurückzuführen. Gegenüber heute entspricht das einer Emissionsminderung um 16 Prozent –  damit bleiben die USA deutlich hinter der Marke zurück, die der UN-Klimarat für die Industrieländer genannt hat. Die Entwicklungs- und Schwellenländer werden in absehbarer Zeit ihre Emissionen nicht reduzieren können. Um aber das Klima zu retten, müsste ihr Treibgasausstoß "substanziell" niedriger sein als zu erwarten wäre, falls nicht gegengesteuert wird.