Rainer Werner Fassbinder (1945-1982)

Er war besessen vom Theater- und Filmemachen, vom Erzählen, vom Aufsprengen verkrusteter Strukturen. Mit Filmen wie "Warum läuft Herr R. Amok?" und "Martha" brach er Tabus. Fassbinder war Star unter den Autorenfilmern, die seit Anfang der 60er Jahre scharfe Duftmarken neben das deutsche Happy-End-Kino setzten. In "Angst essen Seele auf" thematisierte er nicht nur die Liebe einer Sechzigjährigen zu einem jüngeren Mann, sondern gleichzeitig eine deutsch-marokkanische Multikulti-Gastarbeiter-Beziehung, in "Die Ehe der Maria Braun" zeigte er das traumatisierte und zugleich wiederaufstrebende Nachkriegsdeutschland. Fassbinder war Workaholic und depressiv, beruhigte sich mit Schlaftabletten und Alkohol und putschte sich mit Kokain auf. Mit 37 Jahren starb er ausgebrannt am Mischkonsum dieser Substanzen.

Judy Garland, geboren als Frances Ethel Gumm (1922-1969)

Sie stand schon als Kleinkind auf der Bühne und lernte früh, dass eine gute Show das Wichtigste überhaupt ist. Mit 16 Jahren spielte Garland die süße Dorothy im Film "Der Zauberer von Oz", lief dort durch eine surreale Traumwelt und sang "Somewhere over the rainbow". Ihr Sieben-Jahres-Vertrag mit MGM verbot Judy nicht nur eine Gewichtszunahme: Damit sie 72 Stunden am Stück drehen konnte, bekam sie am Set Amphetamine. Zum Runterkommen gab es dann Beruhigungsmittel. Garland feierte große Erfolge, doch sie litt an Depressionen, war abwechselnd fett und ausgemergelt. Sie bekam Geldprobleme, machte Entziehungskuren, heiratete ganze fünf mal. Ihre Sucht wurde ihr zum Verhängnis: Mit 47 starb die Mutter von Liza Minnelli an einer unbeabsichtigten Überdosis des hochpotenten Schlafmittels Seconal.

Francoise Sagan, geboren als Françoise Quoirez (1935-2004)

Als ihr Skandalroman "Bonjour Tristesse" 1954 veröffentlicht wurde, war die Tochter aus gutem Hause noch ein Teenager. Die kesse Sommerfrische-Geschichte um eine intrigante, sexuell emanzipierte Siebzehnjährige wurde zum vielgelobten Bestseller. Sagans Faible für schnelle Autos passte nicht in die muffigen Fünfziger, aber zu ihrem eigenwilligen Leben. Nach einem schweren Autounfall 1957 kam sie nicht mehr vom Morphium los. Das Geld, das sie mit Welterfolgen wie "Lieben Sie Brahms?" verdiente, verprasste die Sagan mit vollen Händen in Casinos. Sie trank, hatte wechselnde Liebschaften und gehörte zum festen Ensemble der High Society. Dann sank ihr Stern, das Geld wurde immer knapper. In den 90er Jahren wurde sie wegen Kokainbesitzes verurteilt. Mit 69 Jahren starb die Sagan nach langer Krankheit an einer Lungenembolie.

Jean-Paul Sartre (1905-1980)