Mit dem bundesweit ersten zentralen Waffenregister will der Stadtstaat Hamburg alle Besitzer legaler Waffen schärfer kontrollieren. "Unsere Sicherheitsbehörden können bei ihren Einsätzen jederzeit auf Knopfdruck die umfassenden Daten abrufen", sagte Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU). Er betonte, die Hamburger Waffennachweisdatei (WANDA) wurde bereits seit 2003 entwickelt und sei daher nicht als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden entstanden.

In der Hansestadt waren die jetzt zentralisierten Daten bisher auf 19 Ämter und Behörden verteilt. Die neue Datenbank WANDA erfasst, wer welche und wie viele Waffen besitzt. Außerdem sind unter anderem alle Menschen registriert, die keine Waffen besitzen dürfen. Die Datei sei nicht nur ein Waffenregister, sondern liefere der Polizei "bei Einsätzen und Ermittlungsaufgaben wertvolle Informationen", sagte der Senator. Die Inhaber einer Waffenerlaubnis würden mit dem System zudem regelmäßig automatisch überprüft.

In dem rund 850.000 Euro teurem Register stehen derzeit fast 24.800 Inhaber einer Waffenerlaubnis. Das Polizeisystem, das zusammen mit dem Softwarekonzern Microsoft entwickelt wurde, gleicht die Daten regelmäßig mit Informationen ab, die etwa  aus dem Einwohnermeldeamt oder dem Bundeszentralregister stammen.

Der CDU-Politiker Ahlhaus fordert ein zentrales Waffenregister für ganz Deutschland nach dem Vorbild der Hansestadt. Der Bund ist nach der EU-Waffenrichtlinie verpflichtet, bis Ende 2014 ein computergestütztes Waffenregister einzurichten. Nach Einschätzung von Ahlhaus sollte dies aber früher und umfassender eingeführt werden. Derzeit gebe es bundesweit mehr als 500 zuständige Behörden, die nicht miteinander vernetzt sind, kritisierte er. "Die Daten müssen mühsam einzeln ermittelt werden." Abhilfe leisten könnte da ein System wie WANDA.

Bund und Länder hatten als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden die Einführung eines zentralen elektronischen Waffenregisters in Aussicht gestellt. Bei einem Treffen der Innenstaatssekretäre am Dienstag in Berlin hatte im Grundsatz Einigkeit über Änderungsbedarf im Waffenrecht bestanden. Eine Arbeitsgruppe soll bis zur nächsten Innenministerkonferenz Anfang Juni einen Maßnahmenkatalog erarbeiten.