Seit dem Mittwochabend ist laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle die Millionengrenze überschritten, inzwischen sind mindestens weitere 100.000 Anträge hinzugekommen. Seit Montag ist es zwingend vorgeschrieben, die Anträge per Internet einzureichen. Unter den Antragstellern sind derzeit auch viele Bürger, die einen Neuwagen schon bestellt haben, den Antrag aber wegen Lieferzeiten des Wagens überhaupt erst seit Montag stellen können.

Allerdings scheinen viele der Antragsteller gar nicht überprüft zu haben, ob ihr Wagen nicht eigentlich noch mehr als 2500 Euro wert ist. Das kann vor allem dann der Fall sein, wenn das Fahrzeug nur knapp älter als die vorgeschriebenen neun Jahre ist, ein größeres Modell ist und/oder eine geringe Laufleistung aufweist. Deshalb warnte jetzt schon die Entsorgungsbranche die Bürger, übereilt alte Autos zu verschrotten. Nur um noch die 2500 Euro zu bekommen, würden Fahrzeuge inzwischen "blind" in die Verschrottung gegeben. Auch der Bundesverband
Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE), dem ebenfalls zahlreiche Verschrottungsbetriebe angeschlossen sind, warnte vor Hysterie.

Auch ist beim Beantragen eigentlich keine Eile geboten. Die Bundesregierung warnte die Verbraucher vor Panik. "Es gilt die Zusage, dass im Jahr 2009 die Umweltprämie gezahlt wird", sagte Vize- Regierungssprecher Thomas Steg. Jeder Antrag werde bearbeitet.

Nach der bislang noch geltenden Förderrichtlinie können nur 600.000 Anträge bewilligt werden. Dafür stehen 1,5 Milliarden Euro bereit. Die zuständigen Minister hätten sich am Mittwoch darauf verständigt, dass die notwendigen Voraussetzungen für die Aufstockung geschaffen würden, sagte Steg. Letztlich werde der Bundestag über die zusätzlich nötigen Haushaltsmittel entscheiden. Der Sprecher des KfZ-Zentralverbandes, Helmut Blümer, sagte, die Zahl von 1,5 Millionen Anträgen sei durchaus wahrscheinlich, wenn der Bund wie angekündigt die Prämie unverändert bis Jahresende zahle.

Auf die Datenpanne bei den Online-Anträgen hat das Bundesamt reagiert: Die Online-Plattform soll künftig das verschlüsselte Https-Verfahren nutzen. Solche Verschlüsselung wird etwa auch bei Online-Banken genutzt.