Bereinigt um personelle Wechsel seien die Direktvergütungen - sie umfassen Grundgehalt, Boni und etwaige Aktienoptionen, nicht aber Rentenzusagen - um 24 Prozent gesunken, heißt es in einer am Donnerstag in Frankfurt vorgestellten Studie der Unternehmensberatung Towers Perrin. Im Schnitt seien in der 20 Vorstandschefs umfassenden Vergleichsgruppe 3,68 Millionen Euro gezahlt worden. Nicht bewertet wurden Firmen, bei denen der Vorstandschef wechselte.

Bei 90 Prozent der Unternehmen hätten sich Gewinnentwicklung und Bonuszahlungen parallel entwickelt. Wo es weniger Gewinn gab, sanken auch die Bonuszahlungen. Die großen Schwankungen resultierten vor allem aus den variablen Vergütungskomponenten.

"Nach Jahren des parallelen Bergaufs von Geschäftsentwicklung und Vorstandsvergütungen hat das Geschäftsjahr 2008 die Vergütungspraxis der Unternehmen erstmals wirklich auf den Prüfstand gestellt. Unser Fazit: Stresstest bestanden", sagte Berater Michael H. Kramarsch.

Besonders viel verlor Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, dessen Bezüge laut Studie um 92 Prozent auf immer noch respektable 1,15 Millionen Euro einbrachen. Commerzbank-Chef Martin Blessing erhielt mit 500.000 Euro am wenigsten Geld - sein Institut hatte Hilfe des Staates in Anspruch genommen. Spitzenverdiener ist der Auswertung zufolge Siemens-Chef Peter Löscher mit 8,5 Millionen Euro.

Indes sanken die Vorstandsbezüge nicht so stark wie die Gewinne. Das Ergebnis pro Aktie sei im Dax-Schnitt um 58 Prozent gefallen, hieß es in der Studie. Im internationalen Vergleich liegt die Bezahlung der deutschen Spitzenmanager rund 20 Prozent unter dem Durchschnitt der 50 größten europäischen Aktienunternehmen im Stoxx50. Allerdings sind in diesem Index weitaus größere Firmen als im Dax enthalten.

Obwohl die Unternehmen die Vergütungen zunehmend genau veröffentlichten, gebe es bei den Pensionsaufwendungen noch immer keine volle Transparenz, kritisierte die Unternehmensberatung. Zudem müssten etwa bei den Banken noch klarere Regeln geschaffen werden, unter welche Umständen Gelder als Leistungsanreize gezahlt werden sollten.