Der Kommission zur Einhaltung von Unternehmensregeln zufolge hegen die Manager vor allem Vorbehalte gegen zwei Elemente des 2002 vereinbarten freiwilligen Verhaltenskodex: Sie stehen der Begrenzung von Abfindungen skeptisch gegenüber und halten die Eigenanteile bei Haftpflichtversicherungen für Manager möglichst gering.

"Die rein formale Erfüllung von einzelnen Empfehlungen bringt uns nicht weiter", sagte der Kommissionsvorsitzende und Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller. Er kritisierte insbesondere die geringen Selbstbehalte bei den Managerversicherungen, die im Einzelfall bei lediglich 2.500 Euro lägen. Immerhin 81,5 Prozent der Dax-Gesellschaften akzeptierten die Vorgaben in diesem Feld. Kleinere Unternehmen lehnten sie aber mehrheitlich ab.

Eine Bindung der Abfindungen an den Unternehmenserfolg hält Müller nicht für sinnvoll. Seine Begründung: Die vertraglich vereinbarten Abfindungen sollten in erster Linie den Verlust des Arbeitsplatzes ausgleichen. Es gebe viele Beispiele, dass ehemalige Topmanager nur sehr schwer eine neue Anstellung gefunden hätten.

Die Regierungskommission schlägt vor, Abfindungen auf die Höhe von zwei Jahresgehältern zu begrenzen. Das wird dem Report zufolge aber nur von zwei Dritteln der Dax-Konzerne akzeptiert. Auch die Berechnungsmethoden sind umstritten.

Müller kündigte für den Sommer eigene Vorschläge der Kommission zur Regelung der Managergehälter an. Die Untersuchung der Kommission beruht auf den Angaben von 203 Gesellschaften. Von den 30 Dax-Unternehmen haben sich 28 beteiligt. Die Analyse stammt vom Berlin Center of Corporate Governance unter Leitung des TU-Wirtschaftswissenschaftlers Axel v. Werder.